Archiv

You’ll never walk alone

Auf dem Weg stand in einem Tunnel „You’ll never Walk alone“. Es regnete dann stark am nächsten Morgen, so dass ich erstmal langsam machte. Ein Kanadier kam als Letzter aus der Tür der Herberge und meinte, er wolle erst einmal einen Kaffee trinken gehen. Ich begleitete ihn und half ihm mit ein paar Plastiktüten aus, denn er hatte nicht einmal einen Regenschutz für seinen Rucksack. Er war gerade einmal vier Tage unterwegs und hatte nicht mehr sehr viel Geld.
„In Kanada habe ich alles verbockt. Ich habe das Gefühl, mein Leben ist zuende.“
„Dann ist der Jakobsweg genau das Richtige. Der kann Leben retten. Das war bei mir auch so.“ Es ging ihm dann besser und er lief dankbar weiter, während ich noch sitzen blieb und überlegte, was tun. Es kam dann ein Finne vorbei und erzählte, dass von drei Uhr nachmittags bis zum Abend das Wetter besser sein soll. Er würde auch noch warten. Ich erzählte ihm von der nächsten Herberge in etwa acht Kilometern Entfernung und er mir von der Bibliothek. So ging ich dorthin und entdeckte ein äußerst interessantes Buch über die verschiedenen griechischen Göttinnen, von dem ich ein paar Seiten las. Demnach trägt jede Frau eine oder mehrere Göttinnen in sich…

Ich unterhielt mich am Abend in der nächsten Pilgerherberge in einem Kloster nach dem gemeinsamen Abendessen noch ziemlich lange mit einer stark behinderten Frau, die auf dem Rückweg nach Frankreich war. Sie war von ihr Zuhause in der Mitte von Frankreich bis Santiago gelaufen und zurück. Sie erzählte mir, dass sie Schwierigkeiten mit der Art der Deutschen hätte. „Ich will nicht, dass man mir sagt, was ich machen soll,“ meinte sie.

Ich blieb mit ihr am nächsten Morgen noch in der Herberge und wir machten alles sauber. Danach erzählte ich ihr, dass ich den Eindruck hatte, dass manches Geld, das ich geschenkt bekam, mir immer wieder Unheil brachte.
„Du kannst dich entscheiden, nicht mehr daran zu glauben. Auch das, was wir glauben, können wir aufgeben. Denn was wir glauben, prägt unsere Realität. Du kannst dich jetzt entscheiden, an das Positive anstatt an das Negative zu glauben. Ich lasse manchmal Geld, das meine Mutter mir schenkt, einfach irgendwo liegen. Oder ich wasche es mit Spülmittel. Man muss nur aufpassen, dass es nicht wegweht beim Trocknen. Das Geld kommt ja vom Staat und ist dreckig. Man muss es erstmal säubern. Die Leute wollen manchmal einen Zaun um einen bauen. Es geht aber darum, ihn aufzulösen.“
Interessanterweise hatte ich genau dieses Bild in einem Traum, den ich in der Nacht hatte, nämlich, dass bestimmte Menschen eine Mauer um mich bauen wollten. Ich konnte gar nicht gut schlafen. Nicht nur wegen des intensiven Gesprächs mit ihr, sondern auch wegen des Lichtes, das den Notausgang markierte. Ihre letzten Worte bevor wir uns trennte waren:
„Es geht auch darum, dass wir in unsere Kraft kommen. Dass unser Stern in uns zum Leuchten kommt. Darum geht es.“

Ich lief dann bis zur Herberge, von der sie mir erzählt hatte. Sie war erst seit einem Monat geöffnet und von alternativ aussehenden Menschen geführt. Wir waren nur zu dritt: eine Französin im Rentenalter, eine Baskin, die an einer weiterführenden Schule arbeitete und ich. Die Baskin lud mich zum Abendessen ein und wir hatten eine nette Runde zusammen.

IMG_4141
Als ich  am nächsten Tag loslief, lief gerade ein Pärchen vorüber, dann traf ich auf zwei junge Lettländerinnen. In Gernika blieb ich in der Jugendherberge, was ich ursprünglich gar nicht beabsichtigt hatte, aber so konnte ich erkunden, um was es bei dem berühmten gleichnamigen Gemälde von Picasso ging. Ich fragte kurzerhand im Touristoffice, was es damit auf sich hatte und die Dame erzählte mir, dass damals Franco Hitler und Mussolini eingeladen hatte, um ihm im Bürgerkrieg beim Kampf gegen die Republikaner zu helfen. In Gernika wurden sozusagen seit Jahrhunderten die Gesetze fürs Baskenland gemacht und es war damit Symbol für die Demokratie, das Hitler damals vernichtet hatte.


„Die Deutschen haben damals schon von einem weiteren Krieg gesprochen und haben ihre Waffen und ihr Kriegsmaterial sozusagen ausprobiert. Heute ist der Tag der Museen, da sind alle Museen kostenlos und das Baskenmuseum hat bis zwölf Uhr nachts geöffnet.“ Ich zog los und schaute mir zwei von den drei empfohlenen Plätzen an. Das Parlamentsgebäude mit der berühmten 2015 neu gepflanzten Eiche und das Baskenmuseum. In ihm traf ich drei Brasilianerinnen, denen ich vom Jakobsweg und von meinem Leben erzählte und auch, an was ich heute gedacht hatte: „Mich haben als Kind schon die Straßenkinder in der Welt angesprochen, die ich in einem Buch sah, das meine Eltern hatten. Ich hatte schon als Kind ein Herz für sie. Als ich nach Brasilien ging, da habe ich mich immer gewundert, dass die Brasilianer zum Großteil arm sind, aber dennoch glücklich, während wir Deutschen alles haben, was man sich nur vorstellen kann und nicht glücklich sind. Ich habe sozusagen das eine gegen das andere getauscht und bin nun glücklich ohne viel zu haben.“ Sie gaben mir zum Abschied alle ihre Telefonnummern und e-Mails und luden mich zu sich ein, falls ich mal wieder nach Brasilien komme. Eine von ihnen wohnte in Bilbao, war aber erst wieder ab Mittwoch dort zu erreichen. Als ich zurück in die Herberge kam, wurde ich von  Franzosen zum Abendessen eingeladen. Es wurde ein netter Abend.
Am Morgen wachte ich auf mit den Worten „passez fuego or run“ – „Brenne alles ab oder renne“. Ich stand auf, frühstückte rasch und verschwand. Nach circa fünf Kilometern kam eine Privatherberge mit einem zweiten Frühstück, wo viele wie auch ich Halt machten. Eine Deutsche saß bei mir am Tisch und regte sich auf, dass der Platz nicht in ihrem Reiseführer stand, obwohl er doch nur ein Jahr alt war.
Ich traf dann wieder die Franzosen vom vorherigen Abend und eine davon setzte sich in den Bus, der gerade an der Haltestelle stand, da ihr Fuß sie zu sehr schmerzte. Sie würde dann nach Hause fahren.
Im nächsten Ort saßen die beiden Franzosen vor der Herberge, die mich gestern zum Essen eingeladen hatten. Die Unterkünfte einen Ort weiter wären voll und so blieben sie hier. Ich wollte sowieso bleiben, hatte mir die Pilgerin im Kloster  letzthin von dieser Herberge erzählt. Ich redete viel mit den Leuten, vor allem auch lange mit dem Hospitaleiro. Bei einem Gang durch den Ort containerte ich Brot und Obst. Es lief mir unter anderem „be you“ über den Weg.

„No excuse“ kam mir auf einem Pulli entgegen, dann stand „Black Magic “ vor mir am Bahnübergang, an dem gerade die Schranken runtergingen, als ich ankam.

Was mir sonst noch über den Weg lief war: „Dime que si“ – „sag ja“, „be a voice not an echo“- „sei eine Stimme und kein Echo“, „shoes speak louder than words“ – „Schuhe sprechen lauter wie Worte“, „live free,  die young“ – „lebe frei, sterbe jung“, „desobedece“ – „sei ungehorsam“, „stay original and true“ – „bleibe originell und wahr“, „Peace“ – „Frieden“, „work on it“ – „arbeite daran“.

Dann sah ich ein ganz finsteres und furchteinflößendes Plakat.
Ich sprach, als ich mich einen Moment auf einer Bank ausruhte, mit einem Achtzigjährigen, der mir erzählte, dass er nicht gläubig sei. „Mein Vater war sehr katholisch gewesen und ihn hatten sie zur Zeit Frankos eingezogen und als Soldat im Bürgerkrieg eingesetzt. Meine Mutter war nicht religiös und ich bin es auch nicht. Hast du Angst, in die Hölle zu kommen?“ fragte er und danach „Bist du gläubig?““Eigentlich schon“. Er sprach weiter: “ Es gibt so viele Götter.“ Er zählte einige auf. Als ich ihm sagte, ich wisse jetzt gerade gar nicht genau, was tun, da sagte er: „Du bist im Zweifel! Das ist ganz schlecht. Das ist der Teufel, der einen im Zweifel sein lässt.“

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Ich schloss mich zwei jungen Engländern an, um weiter zu gehen. So in der Nähe einer Großstadt war mir das sicherer, zumal ich am Vortag einmal alleine im Wald war und drei männliche Fahrradfahrer gekommen waren. Es war nichts passiert, aber mir war doch etwas unheimlich gewesen. Außerdem lagen überall in den Pilgerherbergen Flyer  herum, was man tun solle im Falle eines Problems…
In Bilbao angekommen, gab es Plakate mit „El rey solo“ – „Der König allein“ und  überall an den Laternenmasten prangte „El circo de los Horrores“ – „Der Horrorzirkus“, außerdem „don’t run, fly“ – „renne nicht, fliege“und „öffne dich der Welt“.

Im Hostal hatte ich schlecht geschlafen. Ich merkte, der Jakobsweg war für mich hier zuende. Um sechs Uhr morgens machte ich mich fertig und ging. Stieg in den Bus zum Bahnhof. Löste schnell ein Ticket und sprang in den nächsten Zug, der fünf Minuten später abfuhr. Dann fuhr ich zum Teil durch die Orte, durch die ich gelaufen bin. Ich sah Menschen mit schwarzen T-Shirts und Feuer darauf.

Weitere Worte des Tages:
„De vuelta en tu casa“ – „Zurück in deinem Zuhause“, „compatible“ – „kompatibel“, „Move on“ – „geh weiter“, „madness“ – „Wahnsinn“, „small steps“ – „kleine Schritte“, „apaga la luz y Enceinde tu Ahorra“ – „mach das Licht aus und entzünde deines jetzt“, ein T-Shirt mit einem Dinosaurier und den Worten „all my friends are dead“ – „alle meine Freunde sind tot“, „dernières opportunités“ – „letzte Gelegenheiten“,  „Agissez sans attendre“ – „Handeln Sie ohne zu warten“.

IMG_4171

Leute, die anders sind machen das Leben lustiger. Magisches Herz damit du für immer glücklich bist.

 

 

 

 

Advertisements

Auf dem Pilgerweg

Ich saß dann lange am Strand und schrieb bis die Sonne unterging. „OBEY“ stand in großen Lettern auf einem T-Shirt, als ich am Morgen durch die Straßen l

IMG_3975

ief. Dann: „THINK BIG – chaque pas conte“ –  „DENKE GROSS – jeder Schritt zählt“. Als ich bei der Kirche vorbeschaute war gerade die Rede davon, dass Jesus niemanden bedrohen würde.

IMG_3973

Auf einem kleinen Fotomarkt traf ich einen Photographen und Jakobspilger, der ausgerechnet aus dem Ort neben meiner geliebten Gemeinschaft kam.

IMG_3968

Er erzählte mir, dass er schon als Kind zusammen mit seinem Vater zur Gemeinschaft gegangen wäre, um Brot zu kaufen. „Viele kommen dorthin, aber nur wenige bleiben. Bei uns im Ort gibt es einige Leute, die eine Zeit lang in dort waren und jetzt außerhalb wohnen. Sie sagen das nicht, aber es ist wahr, dass viele gehen. Und was machst du jetzt?“
„Ich weiß auch nicht. Ich fühle mich verloren. Ich habe meine Zukunft da reinprojiziert und jetzt ist alles geplatzt.“
Da ich wirklich nicht wusste, was tun, ging ich zu der Stelle, an der ich sah, dass eine kleine Wohnung zu vermieten war und nebenan Zimmer. Die Frau im Restaurant daneben bot mir an, die Vermieterin anzurufen und fluchs hatte ich ein Zimmer mit Bad, das ich billiger bekam wie normal. Es waren noch zwei kanadische Paare da, mit denen ich mich am abend angeregt unterhielt. Und sass dann im Garten, las im GEO-Heft und schrieb.
„Activez votre force intérieur“  – „Aktiviert Eure innere Kraft“ stand auf einem Plakat. „Losermachine“ stand auf dem Pulli des Verkäufers neben mir. Genauso kam ich mir auch vor. Aber ich hatte irgendwo gelesen, dass es im Silicon Valley geradezu eine Kultur des Verlierens gab, denn nur, wer verloren hätte würde irgendwann einmal gewinnen.

Das Leben half mir wieder, um über meine Verluste hinwegzukommen. Ausserdem lief mir noch „Keep your love“ und „Envia de Ganghar“ – „Lust zu Gewinnen“ über den Weg.

Es war gerade Markt und ich sammelte ein wenig Obst und zwei Brote auf und kam mit zwei Leuten ins Gespräch. Die Frau erzählte, dass ihre Eltern politisch Verfolgte in Spanien waren und sie dann nach Frankreich gekommen sind. „Ich selbst habe beide Staatsbürgerschaften.“
Als ich von der Gemeinschaft erzählte, wurde sie total neugierig. „Ich bin katholisch erzogen und mit allem, was nach Sekten aussieht, bin ich vorsichtig.“ Der Mann ließ verlauten, dass er vor zweiundzwanzig Jahren bei ihnen gewesen ist und sie ihn rausgeschmissen hätten. Wir stellten fest, dass wir drei etwas gemeinsam hatten und das war, die Wahrheit zu sagen. „Manchmal darf man nicht die Wahrheit sagen“, meinten sie beide einhellig.
„Meine Schwester bleibt bei ihrem Mann, nur damit sie ein Dach über dem Kopf, zu Essen und Kleidung hat. Das wäre nichts für mich. Ich bin da anders. Ich habe mich von meinem Mann getrennt, aber ich habe vier wunderbare Kinder, die jetzt alle Anfang bis Mitte zwanzig sind.“

Sie fuhr mich dann noch zum billigen Kleiderladen, der jedoch an dem Tag  ausnahmsweise geschlossen hatte und danach ließ ich mich zu einer günstigen Herberge bringen, wo ich eigentlich nur fragen wollte wie es wäre mit einer Übernachtung, aber erst hieß es, sie wären komplett ausgebucht und eine Minute später gab er mir doch ein guenstiges Zimmer. Er käme am nächsten Morgen zum Abrechnen.

„Es ist doch normal, dass man an seinem Leben hängt,“ las ich auf einem Video in der Bücherei, in der ich mich jedoch nicht lange aufhielt, weil sie fuer meinen Geschmack zu klein war. „Enjoy the Summer“ hieß es.

Am Abend traf ich nochmal den Mann, mit dem ich mich am Marktplatz unterhalten hatte und die Dritte im Bunde kam auch gerade mit dem Auto vorbei und hielt an. Sie wurde aber gleich von jemandem angerufen und unterhielt sich kaum noch mit uns. Und er wiederholte immer wieder das Gleiche: „Das Geld hat die Menschen verdorben.Das Geld hat die menschen verdorben. Das Geld hat die Welt zerstört. Das Geld hat die Welt zerstört.“ Er hatte recht. Wir liefen zusammen zum Hafen.
„Hier am Hafen kann man zuschauen wie die Fischer ihre Boote ausladen. Das kann man sonst nur in Spanien oder viel weiter noerdlich von hier sehen. In Spanien bekommen die Leute fürs Fischen viel mehr finanzielle Hilfe als in Frankreich.“
Wir liefen zusammen zum Ausladedock, aber es war leider gerade kein Fischerboot da.

In den Kirchen, in denen ich war, stand an den Stellen, an denen man die Kerzen aufstellt das Gebet „Herr, vergib mir meinen Stolz, meinen Egoismus und jegliche Unreinheit.“ Stolz und Egoismus, zwei wichtige Stolpersteine auf dem Weg…

In der Pilgerherberge war ein bärtiger Spanier, der ein T-Shirt mit der interessanten Aufschrift  „Töte lieber die Dinge, von denen du abhängig bist bevor sie dich töten“ trug. Ich sprach ihn darauf an.
„Das ist ein Spruch von Arnold Ehret, einem deutschen Naturheiler, mit dem ich mich geheilt habe. Ich habe 42 Kilo mehr gehabt wie heute und Tabletten gegen alles genommen, den ganzen Tag nur gesessen bei der Arbeit und mich ganz schlecht ernährt. Und jetzt ernähre ich mich gesund mit viel Obst und Gemüse und nehme keine einzige Tablette mehr.“ Er zeigte mir Fotos von sich von früher und heute. Er war ein ganz anderer Mensch. Und so begeistert von der Methode von Arnold Ehret und anderen deutschen Naturheilkundlern, die vor allem ueber Fasten, Desintoxikation und eine gesunde Ernährung die Leute heilen, dass er vor Begeisterung und Enthusiasmus nur so sprühte. Ich hatte von dem 1922 verstorbenen Arnold Ehret noch nie gehört. Beim Frühstück unterhielten sich ein paar Deutsche über ganz spezielle Pilger: „Es gibt Pilger, die sehr schnell laufen, um vor sich selbst wegzurennen“.

IMG_3984

„Gib immer das Beste von Dir und das Beste wird zu dir kommen “ war auf dem Display einer Häuserwand zu lesen. Auf einem Bus war eine Königin mit einem Totenkopf abgebildet. Hinter sich hatte sie ein Schwert, mit dem ein Herz durchbohrt war.
„Es gibt magische Könige. Und Königinnen?“war die Frage auf einer Tasche einer jungen Frau. Da die Geschäfte noch geschlossen waren, setzte ich mich in ein Café. „… to start again“. Dann kaufte ich mit dem Geld, das mir meine Mutter geschenkt hatte groß ein: einen neuen Rucksack, einen Schlafsack, eine Unterlegmatte… Doch als ich herauskam, setzte ich mich auf die Bank und dachte, lieber wäre ich bei der Gemeinschaft. Und plötzlich sah ich ein Auto von ihnen ganz langsam in der Nähe vorbei fahren, aber ich schaute weg und versteckte mich hinter meinem Hut. Dann kamen sie zurück und fuhren ganz langsam. Ich schaute nur zu und schaffte es nicht, zu reagieren. Ich war wie paraysiert. Dann war ich todtraurig darüber und wartete,  aber sie kamen nicht wieder. Da wusste ich, dass ich einen weiteren riesigen Fehler gemacht habe. Statt ihnen zu winken hatte ich mich versteckt. Und das, genau nachdem ich Geld von meiner Mutter für eine neue Ausrüstung ausgegeben hatte!
Entsprechend negativ verlief der restliche Tag.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mir kam ein Auto mit Totenköpfen entgegen, ich fand den Weg nicht und als ich in einen Laden ging, um einige meiner Papiere zu scannen, da fehlte mir richtig der Kopf, mich darum zu kümmern. Noch dazu erzählte der Betreiber des Ladens von jemandem, der wenn er anhielte, sterben müsse. Ich glaubte, das das auch auf mich zutraf. Und wo vorher ständig LOVE auf den T-Shirts stand, las ich jetzt ein MOVE. Und „go further“. So ging ich aus der Stadt heraus. Schon bald nachdem ich die Stadt hinter mir gelassen hatte, hielt ein Auto neben mir an und die Leute fragten mich wo ich übernachten würde.

„Fragen sie doch bei dem Haus da unten, denn danach kommt nichts mehr“, schlugen sie vor. So tat ich das dann auch. Und siehe da, nach einiger Zeit, die der Kfzmechaniker sich mit mir unterhalten hatten, lud er mich ein, in seinem Büro zu übernachten.
Dann kam seine halb vietnamesisch-halb baskische Tochter zu mir, um mit mir Englisch zu lernen. Schließlich luden sie mich zum vietnamesischen Abendessen ein. Es gab gefüllte Teigtaschen. Sie wurden nach und nach am Tisch zubereitet und sehr lecker. Noch dazu hatte ich noch nie vietnamesisch gegessen.

IMG_3990
Ich wachte um drei Uhr auf und konnte nicht mehr schlafen. Zum Glück schaute ich ins Internet und da stand „Hinfallen, Aufstehen, Weitermachen“, denn ich war wirklich total unglücklich über den Lauf der Dinge. „Die Hoffnung stirbt zuletzt „, hatte der Ladenbesitzer, bei dem ich Papiere einscannen wollte noch gesagt. Am Morgen hörte ich jemanden „alles wird gut“ sagen und ich hatte jetzt zum wiederholten Male festgestellt, dass genau wenn das jemand sagt, die Katastrophe nicht weit entfernt ist.

Ich lief dann durch die Hügellandschaft und entdeckte ganz zufällig einen Cromlech, an dem ich längere Zeit verweilte.

Ich lief bis zu einem grösseren Ort, aber statt weiter auf dem Jakobsweg entlangzulaufen nahm ich den Fahrradweg, der zu einem Ort mit Pilgerherberge führte.

Das wäre alles ok gewesen, hätte ich nicht den falschen Hügel  erklommen. Ein paar Männer auf einer Bank fragten, wo ich hinwolle und sie empfahlen mir, einen Bus zu nehmen. Schließlich fuhr mich einer von Beiden mit dem Auto zur Pilgerherberge. Ich bekam einen Platz im Keller, da schon alle Plätze belegt waren und konnte die neue Unterlegmatte einweihen. Der Hospitaleiro war von mir total begeistert. „Du bist glücklich“. „Stimmt, aber nur weil ich bei der Gemeinschaft war, die hier oben auf dem Hügel ist.“ „Aber du bist gut angezogen.“ „Meine Mutter hat mir Geld gegeben und das T-Shirt habe ich eben für einen Euro in einem Second Hand Laden gekauft.“
„Wo ist denn ein Second Hand Laden? Ich wohne hier und habe noch nie einen gesehen.“ Ich erklärte ihm, wo der Laden war und er meinte wir müssten jetzt ins Bett.

Aus Frankreich hatte ich ein Papier von einem Verein Terre solidaire (solidarische Erde) mitgenommen, auf dem stand, wie man ein verantwortungsvoller Bürger werden kann: Zuhören, Verstehen, Hoffen, Glauben, Getrauen, Handeln, Feiern. Klingt doch ganz einfach, oder?

In der nächsten Stadt traf ich einen Chilenen. Er fragte nach Heilung. Ich gab und erzählte ihm etwas von Bruno Gröning und diverses andere wie basische Ernährung, Bewegung und Glauben an Gott, was er gar nicht so gerne hören wollte. Er zeigte mir einen Rahmen mit buntem Sand, der sich bewegte, wenn man ihn schüttelte. Er hatte ihn gefertigt, um ihn zu verkaufen. „Das habe ich vor dreißig Jahren auch schon gemacht. Ich wollte es verkaufen. Ich brauche Geld, um mir etwas zu Essen zu kaufen.“ Ich erzählte ihm von einer günstigeren Variante, um an Essen zu kommen, dem Containern. Er meinte, er wäre ein ehrlicher Mensch. Aber er hatte Tränen in den Augen, als er von seinen Kindern erzählte, die er gerne sehen würde und nicht kann, weil das Ticket, um nach Chile zu fliegen zu teuer ist.

Als ich an dem Platz ankam, wo ein eifriger Jakobspilger Wasser aufgestellt hat und auf den ich mich schon freute, da ich ihn schon kannte, hielt ich an und fragte den Pilger nach einer Karte. Er empfahl mir den Weg von Sevilla aus, die Via de la Plata, aber im Oktober. Sonst wäre es zu heiß.

Als ich zurück an die Wasserstelle ging, war dort ein Deutscher, wie an seinem T-Shirt zu erkennen war, das auf einen speziellen Lauf aufmerksam machte, den er selbst mitgemacht hatte. Wir liefen zusammen weiter und tauschten uns über alle möglichen Sachen aus. Er war Veganer, war schon viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen und jetzt zum ersten Mal von zu Hause aus auf den Jakobsweg gegangen. Am 1. April war er losgezogen und nur einen kleinen Teil getrampt. Er schlief fast immer im Zelt.
Wir liefen etwa 27 km zusammen und schliefen auf einem Grundstück mit Obstbäumen neben einem Hühnerstall. Ich baute mein Lager neben seinem Zelt auf und profitierte von seinen Zeltstangen, an denen ich meinen Regenumhang zu einem Zelt umbaute. Ich schlief auch wirklich gut.
Wir hielten bei einem Wohnmobil mit Hamburger Kennzeichen an, der mit seinem frisch ausgebauten Wagen auf einem Platz stand.

Er war ein Familienmensch, der seinen Job als Operationsassistent in einem Krankenhaus drei Jahre nach seiner Ausbildung hingeschmissen hatte und jetzt erstmal nach Portugal fuhr. Wir unterhielten uns über alles mögliche. Peter erzählte aus seinem Leben als Veganer, das er seit zwei Jahren war. Zum Abschluss meinte Henning: „Ich weiß noch nicht, wie lange ich es ohne meine Familie aushalte. Für mich ist es wichtig, da zu sein, wenn mich die Leute brauchen. Entscheidend ist auch, die Leute nicht zu belehren.“
Und ich erzählte Peter fast mein gesamtes Leben innerhalb kürzester Zeit. Er war ein guter und geduldiger Zuhörer. Und er hatte mir auch eine Geschichte von einem Mann in seiner Heimatstadt zu erzählen, den er einmal kennengelernt hatte.
„Als ich ihn zum ersten Mal sah, machte er den Eindruck, als wäre er ein Penner, dabei war er durch eine Erbschaft reich geworden. Ich hatte ihm damals viel geholfen, war mit ihm überallhin gegangen, zum Notar und zum Rechtsanwalt. Ich war wie ein Sohn für ihn gewesen. Er hat sogar ein Testament gemacht, in dem ich alles erben soll, da er ja keine Kinder hat. Doch plötzlich hat er Angst bekommen wegen seinem Bruder, mit dem er irgendwie zerstritten war. Und er hatte das Gefühl, dass dieser ihn über den Tisch ziehen wollte. Deshalb nahm er sich einen Rechtsanwalt, um sein Erbe zu erhalten. Aber irgendwann tauchte er bei mir auf, weil er Angst hatte, in der teuren Eigentumswohnung seiner Mutter zu schlafen. Ich habe ihn noch ein paar Tage beherbergt, aber dann wurde es mir zu viel. Er war auf einmal verschwunden und wollte aber, dass ich mich jeden Tag bei ihm melde. Aber irgendwann habe ich ihn nicht mehr erreicht und auch nichts mehr von ihm gehört. Bei dem ganzen Zeug habe ich gemerkt wie schwierig es ist, in manchen Fällen an sein Erbe ranzukommen. Ohne Rechtsanwalt ist das kaum möglich.“
Wir wollten dann nach etwa 25 km auf einem Berg schlafen, wo es eine Überdachung an einer Hermitage gab, die mir Schutz hätte geben können im Falle, dass es regnet. Es kam aber alles anders. Erst kam ein Mann mit einem Hund vorbei, der zu schauen schien, was hier so vor sich geht. Und danach kam ein Typ mit Karacho mit einem schwarzen Wagen angeschossen und hielt unweit von mir an. Mir war sofort Angst und Bange. Dann drehte er nochmal ganz aggressiv eine Runde auf dem Platz, auf dem ich auf einer Bank saß. Schließlich stieg er aus und machte Photos von seinem Auto bevor er sich hinstellte und eine Zigarette rauchte. Ich hatte die ganze Zeit dermassen Angst, dass ich zum Zelt ging und meinen Mitpilger bat, umzuziehen, obwohl er schon „im Bett“ lag. Er packte alles zusammen und wir liefen kurz vor Einbruch der Dunkelheit weiter. Zum Glück war nur ein Stück weiter eine Herberge und wir durften auf dem Grundstück gegenüber Zelten.
„Das war die Polizei in Zivil“, klärte uns die Frau in der Herberge auf. „In Spanien ist wild campen verboten. Die machen Fotos, um Strafzettel zu verteilen. Aber bei mir seid Ihr beschützt.“
Wir waren glücklich, diese Möglichkeit gefunden zu haben und ich fühlte mich wirklich beschützt. Ich baute mir wieder ein Zelt hinter seinem, indem ich von seiner Zeltstange profitierte. Diesmal wurde es schon besser als beim ersten Mal und ich schlief auch super.

Wir wanderten am naechsten Tag wieder die meiste Zeit zusammen, aber auch mal alleine für eine zeitlang. In einem Ort setzten wir uns in ein Café. Ein Mann auf der Straße zeigte uns die Herberge auf Spendenbasis und einen Supermarkt, wo wir uns eindeckten. Als wir weitergingen, merkte ich, dass es für mich nicht stimmte, weiterzulaufen. Es fing auch leicht an, zu regnen. Er wollte noch acht Kilometer weitergehen bis zu einem Kloster. So  verabschiedete ich mich und ging in die Herberge.

Ich wachte auf mit dem Gedanken, mit deutschen Männern deshalb oft Schwierigkeiten zu haben, weil sie einen einfach übergehen. Einen nicht fragen, ob etwas ok für einen ist. Weil sie sich oftmals nicht in einen einfühlen, sprich nicht einfühlsam sind. Weil sie einen dazu zwingen wollen, etwas zu tun, was man nicht will. Was zwar auch bei Menschen in anderen Ländern passieren kann, aber doch weitaus seltener der Fall ist. Ich merkte umgekehrt also, wie wichtig es ist, andere Menschen zu fragen, ob etwas ok für sie ist – anstatt sie zu übergehen.

Be calm and carry on

Ich besuchte einen alten Bekannten und stellte fest, dass wir einige Gemeinsamkeiten hatten. Zum Beispiel erzählte er, dass er bei seinem letzten Versuch, als Küchenhilfe zu arbeiten am letzten Tag Dinge gesagt hatte, die zur Eskalation führten. Sein Chef hatte ihn mit einem guten Salär gelockt als Beihilfe zum Koch, aber als der Koch, mit dem er sich gut verstanden hatte erkrankte, lief es gar nicht mehr gut und der Chef wollte ihm fünfhundert Euro im Monat weniger zahlen.
„Wäre ich einen Tag vorher gegangen, wäre alles noch o.k. gewesen,“ sagte er.
Genau so war es bei mir auch gewesen in der Gemeinschaft. Wie beruhigend, so etwas von anderen zu hören. Zu wissen, dass es ihnen ähnlich ergangen ist. Alexander fuhr fort:
„Der Chef sagte dann, er wolle mich nie wieder bei ihm sehen. Dann hatte ich Sanktionen vom Amt, unter denen ich bis heute zu leiden habe. Aber ich lass mir jetzt von niemandem mehr etwas sagen!“

Wieder in Frankreich

Mich zog es dann wieder nach Frankreich. Diesmal nahm ich den Bus.
Nach meiner Ankunft besorgte ich mir erstmal eine Karte der gesamten Region im Tourist office wie ich das gewöhnlich so mache. Dann ließ ich mir noch eine Karte von den Städten bis zur Grenze geben und schließlich einiges an Informationsmaterial zu den drei Jakobswegen, die von hier abgehen: einer an der Küste entlang, einer nach Pamplona und einer nach St. Jean Pied de Port.
Dann sah ich einen Waschsalon gleich gegenüber. Er kam mir wie gerufen, denn die Wäsche, die ich gewaschen hatte, war noch feucht gewesen und ich hatte bisher noch keine Möglichkeit gefunden, sie zu trocknen. Ich warf sie in einen der Trockner, machte ihn an für zehn Minuten und setzte mich auf die Terrasse ins Kaffee nebenan, um einen Milchkaffee zu trinken. Ich las in dem GEOkompakt-Heft „Wer bin ich?“, das ich mir schon vor ein paar Wochen gekauft, aber noch nicht ganz gelesen hatte. Übrigens sah ich gestern jemanden auf einem der Bahnhöfe, an denen ich vorbeikam mit einer Stofftasche mit der gleichen Frage herumlaufen.
„Doityourway“ stand auf einer Reklame in dem Laden, in den ich reinging, um mir einen Saft zu kaufen. „Injustice 2“ prangerte als Filmtitel auf einem Plakat.
Dann kam mir einer mit dem Fahrrad entgegen, auf dessen T-Shirt „Dieu est amour“, was soviel heißt wie „Gott ist Liebe“ stand und noch etwas von seinem geliebten Sohn, was ich jedoch auf die Schnelle nicht mehr lesen konnte. Auf dem Weg kam mir eine Frau mit einem T-Shirt entgegen, auf dem „Take time to do what make your soul happy“ stand.

IMG_3796Ich lief auf dem Jakobsweg entlang über den ich mich in der Kathedrale informiert hatte und dachte noch an den Filmtitel „Unrecht Teil 2“. Genauso kam ich mir auch vor. Als wäre mir mal wieder Unrecht geschehen… Ich musste auch an meinen Rucksack denken, den ich im Zug vergessen hatte. Ein paar Sachen fehlten mir doch.

IMG_3797

IMG_3801

IMG_3823

IMG_3824

IMG_3830
Ich landete dann in einem Dorf. Unterwegs hatten mir schon Leute erzählt, dass es besser wäre, dort zu bleiben, da es bis zur nächsten Station zu weit wäre. Ich sprach, als ich ankam den ersten Mann an, den ich sah und fragte nach Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger. „Fragen Sie doch mal bei den Schwestern fünfzig Meter von hier“, empfahl er mir. Aber die Schwestern unterhielten ein „medikalisiertes“ Altersheim, wo es nicht möglich war, zu übernachten. So fragte ich eine weitere Frau auf der Straße. „Fragen Sie doch mal beim Pfarrer im Pfarrheim neben der Kirche. Es steht ein rotes Auto vor dem Haus, falls er noch da ist“. Ich ging zum Pfarrhaus und hatte Glück: der Pfarrer kam um die Ecke, begrüßte mich freundlich und lud mich ein, reinzukommen.
„Haben Sie einen Schlafsack?“ fragte er mich.
„Ich habe nur das“, antwortete ich und zeigte ihm den Schal, den ich gerade frisch erstanden hatte und auch als Decke nutzen wollte.
„Na ja, wenigstens sind Sie nicht auf der Straße“ meinte er und ich stimmte ihm freudig zu.
„Ich muss jetzt noch etwas arbeiten, dann komme ich und mache uns etwas zu Essen“.
Ich schaute, ob es ein Netz fürs Internet gab und siehe da, es gab eines ohne Passwort. Als wir zusammen zu Abend aßen – es gab Suppe, Ratatouille, Baguette, Früchte und zum krönenden Abschluss einen Yoghurt – fragte ich ihn nach einer Decke.
„Sie können oben in einem Zimmer schlafen. Sie sind ja nicht ausgerüstet, um in den Versammlungsräumen zu übernachten. Ich zeige es Ihnen“.
Wir gingen zusammen hoch. „Hier ist die Dusche“.
Wow, da hatte ich ein ganzes Zimmer für mich und noch eine Dusche.
Ich schlief phantastisch gut und bekam sogar noch ein Frühstück mit Obst, Baguette, Butter, Milchkaffee und Honig. Ich war glücklich. Ich überlegte, ihm Geld dafür zu geben; als ich mich dankend verabschiedete, merkte ich jedoch, dass er gar nichts haben wollte.
Ich kam an einem Supermarkt vorbei und erstand ein paar Tütchen Instantkaffee.
Es war herrliches Wetter und ich hatte einen echt schönen Tag.

img_3835.jpgAls ich in einem der schönsten Dörfer Frankreichs ankam, stand eine Frau rauchend vor dem Tourist Office und lud mich ein, hereinzukommen.
„Erst wenn Sie fertig sind mit Ihrer Zigarette „, entgegnete ich und fragte sie nach einer Unterkunft für Pilger. Sie erklärte mir den Weg zu einem Campingplatz mit Gite und sprach von zehn Euro. Tatsächlich kostete die Übernachtung 16,50. Aber nachdem ich nochmal eine Runde durchs Dorf gedreht und mich nach Alternativen umgeschaut hatte, entschied ich mich, das Geld zu investieren.
Bei meinem Rundgang durchs Dorf sah ich einen Jungen am Brunnen mit der Aufschrift „Now just be happy“ auf dem T-Shirt.
In der Gite war eine junge Deutsche und zwei ältere Franzosen, die alle den GR 10 liefen, den Höhenweg, der durch die gesamten Pyrenäen geht. Ich fand ihr Vorhaben, diesen Weg alleine als Frau zu gehen etwas gewagt und wies sie auf Alternativen hin wie zum Beispiel den Jakobsweg an der Nordküste, den Jakobsweg entlang der Pyrenäen oder den Katharerweg, die alle nicht ganz so extrem und herausfordernd sind.
„Meine Großmutter ist in den Bergen gestorben und deshalb mache ich nicht solche Sachen. Ich sage mir, wenn eine Person aus der Familie in den Bergen gestorben ist, dann reicht das für mich. Deshalb mache ich so extreme Bergtouren nicht. Ich gehe höchstens mal einen Tag alleine ins Hochgebirge. Und beim übernachten im Zelt schaue ich, dass mich keiner am Abend sieht. So baue ich das Zelt erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit und meist in der Nähe einer Ortschaft auf. Wenn mich Leute morgens sehen, wenn sie mit dem Hund spazieren gehen, ist mir das egal.“
Ich fand, dass sie auch gar nicht die richtigen Schuhe fürs Hochgebirge hatte, aber ohne hoch geschlossene Schuhe zu Trekken war jetzt scheinbar modern. Sie erzählte mir, dass sie in der ersten Nacht schon in ihrem Zelt mit Regen und Sturm zu kämpfen hatte. „Aber jetzt die beiden Tage lief alles ok.“
Ich lief dann weiter, nachdem ich noch eine ganze Weile in der Herberge Tagebuch geschrieben hatte. Nach zwei Kilometern erreichte ich den Grenzort mit einem Haufen von langweiligen Geschäften, in denen es überall die gleichen Sachen gab, bloß nicht das, was ich brauchte.

IMG_3840

img_3841-e1504953539503.jpg

IMG_3842

Immerhin deckte ich mich mit Essen ein, was ich selten tue, aber es kam mir zugute, denn im nächsten Ort, wo es eine wunderschöne Herberge gab,  da gab es keinen Laden, um etwas zu kaufen. Es war noch ein französisches Pärchen da, die ich auf dem Weg gesehen hatte und ein Argentinier.

IMG_3848
Als ich einen Rundgang durchs Dorf machte, geriet ich an einen ganz besonderen Ort, an dem Wildtiere gehalten wurden.
„In fünfzehn Minuten gibt es eine Vorstellung,“ informierte mich ein älteres französisches Pärchen und so blieb ich zu meiner großen Freude da, denn was wir sahen war einmalig. Isaak zeigte und erklärte uns wie die Wildtiere, die sie hatten normalerweise lebten und sich bewegten: Eulen, Bussarde, Geier, Adler, Schlangen und ein afrikanisches Tier, das ich nicht kannte. Es war ein Spektakel, vor allem, wenn die Raubvögel ganz dicht an unseren Köpfen vorbeiflogen.

img_3855.jpg

IMG_3861

IMG_3870

img_3873.jpg

 

img_3879.jpg

img_3880.jpg

 

img_3884.jpg

IMG_3894

Danach sah ich den Argentinier an einer Bar sein Handy benutzen und fragte ihn, ob er das Passwort hätte. Von da ab waren wir den ganzen Abend zusammen, denn er lud mich noch zum Essen ein. Am nächsten Morgen entdeckte ich, dass er mir einen Brief mit einer Lampe und einem Müsliriegel dagelassen hatte.

Ich lief noch ein Stück weiter, war aber für meinen Geschmack zu alleine auf weiter Flur, so dass ich umkehrte, nachdem ich zu allem Ueberfluss einmal im Kreis gelaufen war. Ich trampte zur Kueste, wo mir die Sprüche „bring on the light“ und „I’m Perfect“ auf T-Shirts entgegenkamen. Letzteres kann ich von mir nicht behaupten, im Gegenteil: Ich habe jahrelang mit und unter dem Motto „nicht perfekt, aber lebendig“ gelebt.

Ich sah einen jungen Mann mit bräunlicher Haut an der Bushaltestelle sitzen. Er fragte mich, wann der Bus käme und als ich meinte, in eineinhalb Stunden, nachdem ich auf den Fahrplan geschaut hatte, fragte er mich nach Geld für ein Taxi.
„Geld für ein Taxi? Ich bin darauf spezialisiert mit wenig Geld zu leben. Trampe doch besser.“ Ich zeigte das Tramperhandzeichen. Er erzählte mir, dass er heute schon vier Stunden bei der Polizei in Spanien gewesen war, die ihm dann einen Aufenthalt für sechs Monate gewährten.
„Ich will aber nach Paris, weil ich dort Familie habe und Asyl beantragen. Ich würde aber heute schon zwei Mal von der Polizei angehalten, die mir sagten, ich solle nach Spanien zurückgehen. Das will ich aber nicht. Trampen, das habe ich noch nie gemacht“. Wir versuchten es eine Weile, hatten jedoch kein Glück.
„Lass uns Laufen“, schlug er vor und das machten wir auch eine Weile bis wir auf einer Landstraße landeten, auf der es nicht sehr angenehm war, zu Laufen. An einer Mulde zum Anhalten versuchten wir es wieder mit Trampen und hatten Glück. Wir wurden bis zum nächstgrößeren Ort mitgenommen. Dort checkten wir bei einer Tasse Kaffee, zu der er mich einlud im Internet, wie er am besten weiterkommt und da er keine Papiere hatte schied der Bus aus, denn wie ich mich erinnerte wollten sie da die Papiere sehen und so entschied er sich für den Zug. Es kamen noch „Chill out“, „Perfect“, „be calm and carry on“ und „believe in magic“ als Sprüche zu mir, als wir zusammen durch die Stadt gingen.

Als er weg war, ging ich an den Strand – zum Chill out.

 

Gründung Nomadenclub

Habe gestern angesichts der Tatsache, dass noch andere Menschen zu Nomaden wurden, die ich kenne die Idee gehabt, eine Club zu gründen. Freue mich über Eure Kommentare, Ideen, Mithilfe bei der Umsetzung, falls Ihr Euch angesprochen fühlt.

liebe Grüße

Michelle

Nomadenclub. Club Nomade. Nomads Club.

So, hiermit möchte ich den Nomadenclub eröffnen.
Eingeladen Sind alle Menschen, die irgendwie nomadisch leben.
Und ihre Freunde, Helfer und Sympatisanten auch.
Dies soll ein Platz werden, um sich auszutauschen.
Um sich auszudrücken.
Zum Träumen und um Träume gemeinsam zu verwirklichen.

Ici et maintenant j’aimerais bien ouvrir le club nomade.
Tout les Gens qui vivent une vie de nomade sont invite.
Et leurs ami(e)s, les gens qui les aident et leurs sympatisants aussi.
Ca doit devenir un endroit pour partager.
Pour se exprimer.
Pour rêver et réaliser ses rêves ensemble.

Here and now I want to open the nomads club.
All people who live a nomad style Life are invited.
And their friends, helpers and Sympatisants also.
It should become a place where people can exchange ideas.
To express themselves.
To dream and to realize their dreams together.

Jeder kann sich anmelden und eintragen entweder
Als Nomade, wenn er/sie wirklich und tatsächlich nomadisch lebt, also herumzieht im Leben
Als HelferIn und UnterstützerIn, wenn er oder sie einmal einen Nomaden aufgenommen und in irgendeiner Weise versorgt hat oder
Als SympathisantIn, wenn Ihr Euch einfach mit Nomaden solidarisiert
Wer zu keinen der drei Gruppen gehört, kann sich leider nicht anmelden, tut mir leid.

Tout le monde peut s’inscrire ou
Comme nomade quand vous vivez vraiment une vie de nomade non fixe sur une place
Comme aidant ou supportant si vous avez déjà herberge un nomade ou l’aider d’une forme ou l’autre
Comme sympatisants quand vous vous solidarisez avec les nomades
Qui n’appartient pas a un de ces groupes ne peut pas s’inscrire, desole.

Everybody can make an inscription
As a nomad if you are really living a nomad life as to say doesn’t live at one fix place
As a helper and supporter if you have already invited a nomad in your house or helped him in one or another way
As Sympatisants if you are solidary with nomads
Who doesn’t take part of one of the three groups unfortunately cannot make an inscription

 

7 Gründe, warum Minimalisten keine Geldsorgen haben

Wollte Euch auf den Beitrag eines Bloggers namens Christof Herrmann hinweisen, der zum Teil ähnliche Dinge wie ich zum Thema hat und gerade einen schönen Artikel mit dem Titel „7 Gründe, warum Minimalisten keine Geldsorgen haben“ veröffentlicht hat. Hat mich selbst dazu inspiriert, mal wieder über etwas zu Schreiben, was für mich inzwischen alltäglich geworden ist – bei der Lebensform, die ich vor vielen Jahren gewählt habe oder die sich so ergeben hat und die mich so erfüllt hat, dass ich nicht schaffte, mein Leben grundlegend zu verändern. Aber langsam kommt schon die Bereitschaft, meine Extremposition des Konsumverweigerers, also die letzte Form des Widerstands gegen dieses ausbeuterische System wie es ein französischer Feuerspucker mal formuliert hat, aufzugeben und etwas Neues zu erschaffen.

Ich war nämlich gestern bei einer Heilpraktikerin, die mit Christoph Faschings neu entwickelten Methoden arbeitet und sie meinte das Gleiche, was ich auch andernorts dieser Tag fand, dass wir nämlich unsere Realität erschaffen und dies täglich neu.  Das heisst, wir können uns täglich neu für etwas anderes und eine veränderte Realität entscheiden. So geht es scheinbar gerade darum, das Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich nicht mehr wie ich es praktiziert habe, sich im Fluss des Lebens treiben zu lassen. Also, immer mal was Neues!

Für alle, die mich im letzten Jahr vermisst haben und auch auf meinem blog keinen Hinweis auf meinen Verbleib fanden und anfingen, sich Sorgen zu machen: tut mir leid, wenn das der Fall war. Bitte meldet Euch in so einem Falle per mail.Ich will natürlich nicht, dass sich jemand Sorgen macht. Ich war in einer Gemeinschaft mit der Absicht, Teil davon zu werden, aber irgendwie hat das wieder mal nicht auf Dauer geklappt und so findet Ihr mich wieder hier auf meinem blog – schreibend wie eh und je 🙂

Die Wahrheit über Robert Franz: Sein Leben und seine Visionen

Schon unglaublich: heute morgen kam eine Bekannte meiner Freundin, bei der ich gerade zu Gast bin, zu Besuch und brachte ein Buch von Robert Franz mit:  „OPC – Das Fundament Menschlicher Gesundheit! Das Pro Gesundheit Anti-Pharma-Buch!“. Sie hatte mir schon gestern am Telefon erzählt, dass sie vor kurzem angefangen hätte Vitamin D 3 in hohen Dosen einzunehmen, das sie in dem Shop von Robert Franz gekauft hätte. „Und ich merke, ich habe schon viel mehr Energie!“ erzählte sie freudig, denn sie litt eigentlich unter Energielosigkeit. „Und mit MSM kann man schmerzfrei werden. Ist das nicht phantastisch?“

Ich wollte für meine Freundin ein probiotisches Mittel besorgen, denn sie hatte gerade eine Antibiotikabehandlung hinter sich und ich hatte sie überzeugt, etwas zum Wiederaufbau der nun zerstörten Darmflora zu tun, da ich inzwischen diverse Menschen kennengelernt hatte, die extreme gesundheitliche Probleme mit erheblichen Langzeitfolgen, um nicht zu sagen -schäden davongetragen hatten, weil sie Antibiotika genommen hatten. Da das probiotische Mittel in dem Laden, in dem ich es gesucht hatte, gerade ausverkauft war, freute ich mich zu hören, dass es hier ein Geschäft von Robert Franz gab, in dem man seine für die Gesundheit empfohlenen Mittel kaufen konnte. Wir fuhren dann gleich zusammen mit dem Fahrrad zu dem Laden hin und ich bekam, was ich wollte: ein probiotisches mittel zum Wiederaufbau der Darmflora.

Und am selben Abend fand ich ein Video über Robert Franz in meinem Reader, das ich mit grösster Freude weitergebe, denn nachdem, was ich in seinem Buch und Laden gesehen habe, kann man bei ihm sicher gegen (fast) jede zumindest körperliche Krankheit ein alternatives günstiges nebenwirkungsfreies Heilmittel finden. So zumindest sieht es für mich auf den ersten Blick aus.

Interessant fand ich auch den Hinweis auf eine Bioscan-Methode zur Erfassung von Krankheiten, die ohne grosse medizinische Untersuchungen mit Hilfe eines Computers erfolgt. Damit kann schnell und einfach erfasst werden welche Mängel bei jemandem vorliegen, um dann die notwendigen Mittel zu finden, die nötig sind, um eine ganzheitliche Gesundheit zu erreichen.

Weitere Infos unter http://www.dogenesis.de

Quelle: Die Wahrheit über Robert Franz: Sein Leben und seine Visionen

Da dieser Artikel zu meinen meistgelesenen gehört, möchte ich einmal Bericht erstatten, was ich weiterhin über Robert Franz in Erfahrung gebracht habe. Letzthin trampte ich zu seinem Werk und die Dame, die mich mitnahm erzählte von ihrem Vater:

„Mein Vater hatte Krebs und er hat seine Ernährung auf rein basische Kost umgestellt und eineinhalb Jahre lang nur Gemüse gegessen. Er wurde dadurch von seinem Krebs geheilt. Jetzt ist er achtzig Jahre alt und isst auch wieder mal ein klein wenig Fleisch, aber nur ganz selten mal und auch nur bestens ausgesuchtes Biofleisch und ganz ganz wenig..“

Die Frau, mit der ich zurücktrampte erzählte, dass sowohl sie selbst als auch ihr Mann sich mit den Produkten von Robert Franz von ihren Krankheiten geheilt hätten und ihre Medikamente absetzen konnten. Allerdings erzählte sie, dass Robert Franz persönlich selbst momentan nicht die Zeit hätte, Patienten dauerhaft zu begleiten, weshalb sie zu einem anderen Heilkundigen gegangen ist, von dem sie begeistert berichtete. Die Produkte von Robert Franz nimmt sie jedoch weiterhin mit großem Erfolg für ihre Gesundheit.

Das Werk ist übrigens in Neubrunn bei Würzburg und im Werkverkauf sind die Produkte um einiges billiger.

 

Vergessenes Wundermittel NATRON

Diesen Artikel hat mir jemand zugeschickt, weil Natron helfen kann, den Körper zu entsäuern. Eine Übersäuerung ist auch nach meinen Recherchen meistens eine der Hauptursachen von Krankheiten.Ich habe in dem Beitrag „Über Krankheit und Gesundheit“ ein wenig darüber geschrieben. Verantwortlich dafür ist unsere nicht gerade gesundheitsfördernde Art der Ernährung durch viele Lebensmittel, die den Körper übersäuern (Zucker, Alkohol, Kaffee, Fleisch, industriell gefertigte Lebensmittel, um nur einige zu nennen). Andere Mittel, den Körper schnell basisch zu machen sind übrigens, morgens nach dem Aufstehen erstmal ein Glas Wasser mit einer halben ausgespressten Zitrone oder mit zwei Esslöffeln Apfelessig zu trinken und eine halbe Stunde zu warten bevor man etwas anderes zu sich nimmt.  Dauerhaft empfehlenswert ist jedoch eine Nahrungsumstellung auf viel Obst und Gemüse und eine ausgiebige Beschäftigung mit dem Thema und den Nahrungsmitteln, die für den Körper basisch sind und jenen, die für den Körper übersäuernd wirken. Das spätestens dann, wenn wir krank geworden sind, aber am besten noch vorher…
Habe auch letzt mal mein Haare mit Natron gewaschen und mit Apfelessigspülung gespült, wie ich es auf smarticular.net gelesen hatte, aber war alles andere als begeistert: die Haare waren verklebt und total matt und ich musste sie später nochmals mit normalem Bioshampoo waschen, sonst hätte ich mich gefühlt, als hätte ich meine Haare zwei Wochen nicht gewaschen… Also keine Empfehlung meinerseits, es heisst auch, dass Natron mit dem ph-Wert von 9 zu basisch für unsere Haare ist.
Und hier der Artikel über Natron von der Website pfiffimed.biz vergessenes-wundermittel-natron
Veröffentlicht am 5. August 2015 von

Natron ist ein eminent wichtiges Medikament, das in keiner Notaufnahme und auf keiner Intensivstation fehlen darf. Natriumhydrogencarbonat (auch bekannt als Natriumbicarbonat oder Natron) ist eine kristalline Feststoffverbindung von weißer Farbe, leicht löslich in Wasser, mit einem leicht alkalischen Geschmack ähnlich dem Natriumcarbonat, mit der Summenformel NaHCO3. Natron zählt sicherlich zu den nützlichsten Substanzen der Erde. Kein Wunder also, daß pharmazeutische Unternehmen es nicht gerne sehen, wenn Ärzte oder irgendjemand sonst darüber Bescheid weiß.

Natriumbicarbonat ist ein wichtiges und dabei absolut sicheres Medikament, das bei der Behandlung von Krebs, Nierenerkrankungen oder anderen gesundheitlichen Störungen Außergewöhnliches zu leisten vermag. Niemand kann sich als umfassend gebildeter Mediziner bezeichnen, wenn er sich nicht mit den neuesten medizinischen Informationen über die wichtige Substanz Natriumhydrogencarbonat vertraut gemacht hat.
Für Natriumhydrogencarbonat werden gelegentlich auch die zwar chemisch falschen, aber – zumindest früher – durchaus geläufigen Bezeichnungen Natriumbicarbonat, Bicarbonat oder Soda verwendet. Soda deshalb, weil dieser Begriff in englischsprachigen Ländern oft abkürzend für „baking soda“, also „Backtriebmittel“ verwendet wird. Im Deutschen jedoch bedeutet Soda eigentlich etwas anderes und genau das kann gelegentlich Verwirrung stiften. Das sog. Waschsoda oder auch Natriumcarbonat (Na2CO3) hat nichts mit einem Backpulver zu tun. Es wird in der Glasindustrie, zur Herstellung von Bleich-, Wasch- und Reinigungsmitteln, in der Textil- und Lederindustrie sowie in vielen anderen Industriezweigen eingesetzt. In diesem Text aber geht es ausschliesslich um reines Natriumhydrogencarbonat bzw. Natron.

Natron gegen Übersäuerung

Natriumhydrogencarbonat – nachfolgend nur der Einfachheit halber Natron genannt – wurde um 1840 entdeckt, erst nur in Bäckereien, dann aber bereits im frühen 20. Jahrhundert auch in Privathaushalten häufig für Kuchen und Brot verwendet.
Bald beobachtete man die reinigenden Eigenschaften des Natrons und seine Fähigkeit, Grippeerkrankungen, Erkältungen, aber auch chronische Erkrankungen schnell zum Verschwinden zu bringen, was eine ganz einfache Erklärung hat: Natron hat einen hohen pH-Wert, ist also basisch.
Menschen, die unter einer schlechten Gesundheit leiden und zu Erkrankungen aller Art neigen, sind gewöhnlich übersäuert, das heisst, die pH-Werte ihrer Gewebe sind eher niedrig. Nehmen sie basisches Natron ein, so können die überschüssigen Säuren neutralisiert werden und die Körper-pH-Werte steigen wieder an.

Wundersame Verwendungsmöglichkeiten für Gesundheit und Wohlbefinden

Schliesslich fand man immer mehr Anwendungsmöglichkeiten für das billige, aber äusserst nützliche Pulver:

Bei Grippe und Erkältungen half es den Menschen, wenn sie einen halben bis einen ganzen Teelöffel mit Wasser mischten und diese Lösung über einige Tage hinweg mehrmals täglich tranken.

Natron im Fußbadewasser machte schmerzende oder müde Füsse munter.

50 bis 100 Gramm Natron als Zusatz im Vollbad hatte verjüngende Wirkung.

Natron in Schuhe gestreut, vertrieb Schweissgeruch.

Haut – auch im Gesicht – wurde glatt und weich, wenn man sie mit Natronlösung wusch.

Deodorants waren überflüssig, wenn man sich Natron in die Achselhöhlen puderte.

Nach üppigen Mahlzeiten oder ungewohnten Speisen (z. B. im Ausland) genügte ein Teelöffel Natron in einem Glas Wasser und Völlegefühl oder Unwohlsein verschwanden.

Eine Messerspitze Natron half Menschen, die nach schwer verdaulichen Speisen ständig aufstossen mussten.

Mundspülungen mit Natron machten Mundgeruch den Garaus und hemmten die Bildung von Karies.

natron_saa0tb60Oft wurden auch die Zähne mit Natron geputzt, was binnen kürzester Zeit zu strahlend weissen Zähnen führte. Allerdings ist dieser Tipp nur bei wirklich perfektem Zahnschmelz ratsam, da Natron den Zahnschmelz unter Umständen angreifen könnte und bei Zahnschmelzdefekten diese verstärken könnte.

Natron in Zitronenwasser half gegen Sodbrennen. Doch darf man nicht zuviel Natron einnehmen – insbesondere nicht unmittelbar vor oder nach den Mahlzeiten – weil dann die Magensäure neutralisiert werden könnte und dadurch die Verdauung behindert würde. Daher empfahl man, das Natron entweder ordnungsgemäss zu dosieren oder mit Zitrone, Melasse oder Ahornsirup zusammen einzunehmen.

Pharmazeutische Medikamente verdrängten das nebenwirkungsfreie Natron

Mit der Verbreitung pharmazeutischer Produkte und der allgemein akzeptierten Empfehlung, bei jedem Symptömchen am besten sofort einen Arzt zu konsultieren, ging die Selbstverantwortung der Menschen für ihre Gesundheit immer mehr verloren.
Ärzte und die von ihnen verordneten teuren Medikamente sorgten für das Verschwinden von einfachen, aber höchst wirkungsvollen und gleichzeitig nebenwirkungsfreien Heil- und Hilfsmitteln, wie beispielsweise Natriumhydrogencarbonat eines war. Interessanterweise begannen nun vor einigen Jahren ausgerechnet zwei Ärzte damit, Natron erfolgreich in ihrer Krebstherapie einzusetzen.

Natron in der Krebstherapie

Der Arzt Mark Sircus erklärt in seinem Buch „Sodium Bicarbonate: Rich Man’s Poor Man’s Cancer Treatment“ (Natriumbicarbonat: Die Krebstherapie für jederman) die Anwendung von Natriumhydrogencarbonat als billigstes, sicherstes und vielleicht wirkungsvollstes Krebsmedikament, das je existiert habe. Natriumhydrogencarbonat könne laut Dr. Sircus Krebszellen vernichten.
Interessanterweise werde es auch in der schulmedizinschen Krebstherapie eingesetzt. Er berichtet von Onkologen, die Bicarbonat in Kombination mit Chemotherapie verabreichen. Sie tun das deshalb, weil Bicarbonat dabei hilft, lebenswichtige Organe vor dem Gift der Chemotherapie zu schützen. Er sagt sogar, dass alle Chemotherapie-Patienten ohne die Beigabe von Bicarbonat sterben würden.
Dr. Sircus selbst verabreicht seinen Patienten das Natron oral (in Verbindung mit Ahornsirup) und intravenös. Er empfiehlt ausserdem hohe Magnesium-Dosierungen – in der Regel über die Haut in Form von flüssigem Magnesiumchlorid – als Heilungsunterstützung nicht nur bei Krebs, sondern genauso bei vielen anderen Krankheiten.

Der in Rom lebende Onkologe Dr. Tullio Simoncini dagegen injiziert Natriumhydrogencarbonat direkt in die karzinösen Tumorregionen, um diese regelrecht „auszuwaschen“. Simoncini hält die orale Einnahme von Natriumhydrogencarbonat nur bei solchen Erkrankungen für hilfreich, die sich an irgendeiner Stelle im Verdauungstrakt – vom Mund bis zum Anus – breit gemacht haben. Beide Wissenschaftler konnten bereits grosse Erfolge bei ihren Krebspatienten verzeichnen. => Buch von Dr. Tullio Simoncini

Natron gegen Candida-Infektionen

Dr. Simoncini ist davon überzeugt, daß die pilzbekämpfenden Eigenschaften des Natrons den Grund für seine Heilkraft darstellen. Er beobachtete, daß Krebs besonders dort aufblühen konnte, wo auch der Pilz Candida präsent war. Daher hält er Krebs für die Folge von Candida-Infektionen. Dementsprechend könne die sofortige Beseitigung des Pilzes auch zum Verschwinden des Krebses führen.

Mark Sircus hingegen glaubt, daß die Frage nach den auslösenden Faktoren für Krebs deutlich komplexer sei. Immerhin könnte es auch so sein, daß die Pilzinfektion erst als Folge von Krebs auftauche. Dennoch machte auch er die Erfahrung, daß Candida-Infektionen samt den Krebszellen mit Natron zerstört werden. Natron erhöht den pH-Wert des Patienten und versorgt seinen Organismus mit Sauerstoff. Krebszellen aber können genauso wenig wie Candida-Pilze in einem alkalischen und sauerstoffreichen Milieu gedeihen. Daher ist es an dieser Stelle vollkommen irrelevant, wer zuerst da war, die Pilzinfektion oder die Tumore.

Es gibt inzwischen viele wunderbare Erfahrungsberichte von Menschen, die sich selbst mit Natron geheilt haben. Vernon Johnston aus Kalifornien beispielsweise, der durch Mark Sircus zu einer Behandlung mit Natron inspiriert wurde, heilte seinen Prostatakrebs mit Bicarbonat und Melasse. Beides hatte er regelmässig oral eingenommen und widerlegte mit seinem Heilerfolg die These von Dr. Simoncini, derzufolge oral eingenommenes Natron nur bei Krebs im Verdauungstrakt helfen könne. Begleitend dazu hatte Vernon Johnston Atemübungen durchgeführt, um seine Sauerstoffaufnahme zu erhöhen. Lesen Sie mehr über die wunderbare Geschichte von Vernon Johnston im Artikel „Mit Natron geheilt von Krebs – ein Erfahrungsbericht“.

Natron weicht Tumore auf

Die faszinierende Geschichte von Bicarbonat und Kohlendioxid steckt voller Überraschungen. Dr. Christopher Hills (der „Spirulina-Mann“) pflegte seinen Studenten immer zu sagen, daß der Himmel das genaue Gegenteil des Lebens auf der Erde sei. Um dorthin zu gelangen, müsse man daher genau das Gegenteil von dem tun, was alle anderen tun. Genauso verhält es sich mit Bicarbonat, Kohlendioxid und Sauerstoff. Wir haben ein falsches Bild von Kohlendioxid und auch von Bicarbonat. Bicarbonat hilft unseren gutartigen Zellen am Leben zu bleiben und versetzt bösartigen, verbrauchten oder kanzerösen Zellen den Todesstoß.
Erst kürzlich entdeckten sogar schulmedizinische Forscher, daß Natron bzw. das darin enthaltene Bicarbonat Krebstumore so weit aufweichen könne, daß man mit einer deutlich geringeren Dosis Chemotherapeutika (oder auch Bestrahlung) viel schnellere Resultate erzielen könne, als das normalerweise der Fall sei.
Dieses Forschungsergebnis möge jenen Menschen helfen, die nicht wagen, eine Krebsbehandlung ohne schulmedizinische Therapien durchzuziehen. Machen Sie Ihren Arzt auf diese neuen Erkenntnisse aufmerksam, damit er Sie ebenfalls mit Natriumhydrogencarbonat – wenigstens zusätzlich zur Chemotherapie – behandeln möge.

Jedes biologische System unterliegt einer sensiblen Steuerung durch den pH-Wert. Man erinnere sich noch an das „Heidelberger Tribunal“, wo der hervorragende Arzt Dr. Berthold Kern vor versammelter Wissenschaftsmacht in den Senkel gestellt wurde, weil er erkannt hatte, daß Bikarbonate der Gesundheit förderlich sind. Da die Wissenschaft das aber nicht zur Kenntniss nehmen wollte, flog er aus dem ehrenwerten Verein raus. Aber seine Erkenntnisse sind nicht zu verdammen, im Gegenteil, er hatte völlig recht. Das chemiemedizinische System lebt von der Krankheit und nicht von der Gesundheit. Noch Fragen?

Buchempfehlung:

Die unsichtbare Kraft in Lebensmitteln
A.W. Dänzer
Information und Ordnung im Essen sind der Schlüssel zu langem und gesundem Leben. Der Gründer und Leiter eines kleinen Schweizer Lebensmittel-Familienunternehmens hat in vielen Jahren Forschung im eigens dafür geschaffenen Labor mehr als 50 Lebensmittel in Bio- und Nichtbio-Qualität untersucht und die Ergebnisse jetzt in diesem wunderschönen Bildband publiziert. Er sagt: »Ich habe entdeckt, dass Bio-Lebensmittel eine wunderschöne Lebenskraft oder Ordnungskraft haben, während diese in Nichtbio-Lebensmitteln leider generell vermindert, gestört oder zerstört ist.«

Heilen mit Gold
Brigitte Hamann
Was die wenigsten wissen: Gold ist eines der frühesten bekannten Heilmittel. Nach neuesten Erkenntnissen ist es vielleicht sogar die älteste Medizin überhaupt. Vor mehr als 5000 Jahren nahmen die Ägypter Gold ein, um sich geistig, seelisch und körperlich zu reinigen. Chinesische und indische Ärzte behandelten seelische und nervliche Leiden mit Gold. Für Paracelsus war Gold das höchste Heilmittel. Hildegard von Bingen pries ebenfalls die Heilkraft des Goldes. »Trinkbares Gold heilt alle Krankheiten, es erneuert und stellt wieder her.« Paracelsus

Goldelektroden aus medizinisch reinem Gold

Colloidmaster CM1000 Vollautomatischer Kolloidgenerator

***************************************************************************************************************

Alltägliche Verwendungsmöglichkeiten im Haushalt

Natriumhydrogencarbonat ist neben all diesen wundergleichen Wirkungen für die Gesundheit auch ein hervorragendes Hilfsmittel im Haushalt. Mit seiner Unterstützung lassen sich all die giftigen Dämpfe teurer chemischer Reinigungsmittel vermeiden.
Natron bindet üble Gerüche im Abfluß, in Teppichen und im Kühlschrank: Stellen Sie dazu eine Schale mit Natron in den Kühlschrank und streuen Sie ein wenig davon in den Abfluss und auf ihre Teppiche. Letztere müssen bei der Behandlung trocken sein. Lassen Sie das Natron einige Zeit einwirken und saugen Sie es dann ab.

Verstopfte Abflüsse werden mit Natron und Essig wieder frei.

Auch Aschenbecher riechen nicht mehr so unangenehm, wenn Sie auf deren Boden etwas Natron streuen.

Ton-Blumentöpfe mit weißen Kalkspuren auf der Außenseite stellt man einfach in ein warmes Wasserbad mit darin aufgelöstem Natron.

Geschirr, insbesondere Holzgeschirr, verliert Fisch- oder Zwiebelgerüche, wenn es in einer Natronlösung gespült wird.

Dem Waschwasser für Obst und Gemüse beigefügt, macht Natron diese Lebensmittel sauberer.

Heißes Wasser mit Natron läßt muffige Gerüche in Thermoskannen verschwinden.

Wenn Sie einen Topf auf dem Herd vergaßen, dann lösen Sie angebrannte Speisereiste, indem Sie im entsprechenden Topf ein wenig Natron im Wasser aufkochen.