Back into the system

Meine Lieben,

heute mal in – meiner geliebten – Briefform. Finde ich persönlicher und schließlich kenne ich Euch – meine liebens-werten Leser*innen ja fast alle persönlich.

Nach mehreren Anläufen, die sich über viele Jahre hinweg erstreckten, habe ich nun schließ- und endlich mein Online-Banking eingerichtet. Denn, was meine liebens-werten Leser*innen noch nicht alle wissen: es gibt eine gute Nachricht! Ich habe vor einiger Zeit den Bescheid bekommen, wieder – wie früher auch – ein Grundeinkommen in Form einer Rente für Menschen mit einer gewissen Erwerbsminderung zu bekommen. Natürlich hätte ich viel lieber erreicht, dass alle Menschen, wenn nicht ein ganz bedinungsloses, aber dann wenigstens ein an wenige erträgliche Bedingungen geknüpftes Grundeinkommen erhalten. Das ist mir leider nicht geglückt. Traurig traurig. Aber wenigstens konnte ich dafür sorgen, dass ich die nächste Zeit wie andere Menschen auch eine Miete zahlen kann, die gesetzlich vorgeschriebene Krankenversicherung, auch wenn mir das alles nicht gefällt, weil ich die sieben Jahre wunderbar auch ohne gelebt habe und mir auch mal was Biologisches zu essen kaufen kann. Denn nach dem Bioscan-Gerät von Robert Franz ist mein Körper nach all den Jahren des Zuführens von freeganen Lebensmitteln mitlerweile leider pestizidverseucht. Wahrscheinlich ist das nicht der einzige Körper auf dieser Welt, dem es so geht, von daher lohnt es sich für eine Welt ohne Pestizide einzustehene ;).

Jetzt konnte ich nach mehr als einem halben Jahr, in dem ich jeden Monat brav drei Überweisungen tätigte: für Miete, Strom und Krankenversicherung, eine Anfang des Monats, zwei Mitte des Monats – hechel, hechel – allmonatlich zu leistenden Ausgaben – endlich einen Dauerauftrag ausstellen. Nun bin ich ein glücklicher Mensch! Nein wirklich, nachdem ich jahrelang keine einzige Rechnung zu bezahlen hatte und auch keinen Termin in meinen nicht vorhandenen Terminkalender schreiben brauchte, ist das alles für mich (zwar altbekanntes, aber dennoch) wieder Neuland. Es ist schon fast so, als ginge es darum, verlorenes Land zurückzuerobern. Das schaffen wir doch glatt! Zum Glück bin ich auch nicht mehr antrags- und papiertraumatisiert, was in meinem Leben auch schon mal vorkam. Da wollte ich von Anträgen und Papieren nichts mehr wissen. Jetzt kann ich inzwischen Anträge mit spielender Leichtigkeit wieder ausfüllen, sie an den entsprechenden Stellen abgeben, meinen Mitwirkungspflichten nachkommen und dann entsprechende Schritte unternehmen, um meine Ansprüche geltend zu machen. Oder klärende Gespräche führen, um zu erfahren, dass ich kein Anrecht auf dies oder jenes habe. Für mich ein großer, aber ent-scheidender und not-wendender Schritt. Ich sag das deshalb, weil ich vor circa einem dreiviertel Jahr mit einem Traum aufgewacht bin, bei dem ich bettelnd auf der Straße saß. Ich weiß nicht, ob Ihr wisst, was das heißt. Es gibt viele Menschen, die Angst davor haben, unter der Brücke schlafen zu müssen und zu betteln. Ich habe zwar das gelebt, wovor viele Menschen Angst haben: ohne Wohnung, ohne Arbeit und weitgehend ohne beziehungsweise mit wenig Geld. Aber: ich hatte immer unglaublich viel Fun bei meiner Art zu leben. War die letzten Jahre immer eingeladen. Es war alles eine große Freude und ein großes Glück, was ich ja auch immer in diesem blog habe weitergeben wollen. Doch als nächste Stufe unterhalb derer, auf der ich stand jetzt bettelnd auf der Straße zu sitzen, dazu hatte ich doch keinen Bock wie man auf neudeutsch so schön sagt. Da musste ich mir etwas anderes überlegen. Und das war, das Geld anzunehmen, auf das ich per Recht und Gesetz mir irgendwann einmal in meinem Leben ein Anrecht erworben hatte, weil ich früher brav zur Arbeit gegangen bin wie andere Menschen auch. Bis es mich einmal mit Burnout und anderem Pipapo gebeutelt hatte.

Es war dann natürlich so, dass ich eigentlich – wie schon so oft in meinem Leben  auch – all meine Anrechte verloren hatte, da ich ja die letzten Jahre nicht drei von fünf Jahren gearbeitet hatte. Da verliert man seine Rechte. Aber: ich habe mich nicht entmutigen lassen. Denn drei Leute wiederum erzählten mir, dass sie ihre Rente dauerhaft bis zum Eintritt der Altersrente bekommen hätten und daran hielt ich mich. Ans Positive. Früher war diese Rente bei meiner Wenigkeit nämlich immer befristet gewesen, mal für ein Jahr, mal für eineinhalb Jahre und mal für zwei Jahre. Da die Untersuchungen für mich so schrecklich waren, wollte ich alles, nur das nicht mehr erleben. Deshalb habe ich so gelebt wie ich gelebt habe. Lieber nichts haben, aber nicht zu diesen schrecklichen Untersuchungen hingehen müssen. So war mein Motto. Ich lebte frei und glücklich, aber auch, weil ich noch Geld hatte, auch wenn ich sowenig wie möglich ausgab. Doch das wurde immer weniger. Und insgesamt war mein Leben ja ein Zuschussbetrieb. Da nichts reinkam und doch was rausging, ging die Rechnung eigentlich nicht auf.

Auf jeden Fall war das alles sehr spannend, denn ich wusste bis kurz vor dem Untersuchungstermin nicht, ob ich da wirklich hingehen würde. Mir erzählte noch eine Helferin, die ich beim Sommerfest einer Hilfseinrichtung für behinderte Menschen traf, wie schlimm die Untersuchung bei demselben Träger und derselben Gutachterin für sie war und dass sie dabei innerlich total zusammengebrochen sei. Ich wusste beim besten Willen nicht, ob ich mir das antun sollte.

Die Kraft des Gebets

Vor dem Termin konnte ich nicht richtig schlafen und betete immer wieder, dass mir so etwas erspart bleiben dürfe. Und siehe da: meine Gebete wurden erhöhrt. Die Gutachterin war total nett und freundlich und in keinster Weise verletzend. Es ging ja darum nachzuweisen, dass ich all die Jahre erwerbsgemindert war. Ich hielt ihr die Aufstellungen unter die Nase, wie viel ich für was in den Monaten im Jahre 2014 und 2015 ausgegeben hatte. Im Jahre 2014 waren das im Monatsdurchschnitt 150 Euro und im Jahre 2015 75 Euro. Sie sagte sofort, ich solle  alles wieder einpacken, sie wolle gar nichts mehr sehen, ich bekäme meine Rente! Da sie nicht alleine entscheidet, wartete ich noch den tatsächlichen Bescheid ab und der war positiv! Die ganze nächste Woche war ich mit fast all meinen Freund*innen und Bekannten am Feiern. Ich fuhr in den nächsten Bioladen und machte einen Großeinkauf fürs nächste Fest. Nach neun Jahren hatte ich nun nicht nur meine Wohnungslosigkeit, sondern auch meine Einkommenslosigkeit beendet. Ich fühlte mich plötzlich auch wie ein ganz anderer Mensch. Irgendwie gesünder, kräftiger und vitaler.

Nicht zu wissen wie ich meine Miete zahlen sollte, raubte mir vorher doch ziemlich viel Kraft und fast auch den letzten Nerv. Das war nun vorbei. Was für eine Freude! Was für eine Erleichterung! So lernte ich, dass Gott nicht nur für uns sorgt, wenn wir in Not sind, sondern dass er auch innerhalb des Systems für uns wirken kann, wenn wir ihn darum bitten. Das war für mich eine neue Erfahrung.

Dass ich den Weg so zurück in das System wieder gegangen bin, hatte auch damit zu tun, dass ich gemerkt habe, dass ich mich so weit von anderen Menschen und deren Lebenswirklichkeit entfernt hatte, dass ich keinerlei Impakt mehr auf das System und die Gesellschaft hatte. Wenn man keine Wohnung hat, ist man schlichtweg nicht anerkannt. Es gab dann so ein Schlüsselerlebnis von einer Frau, die ähnlich lebte wie ich, in einem Bauwagen. Es war Winter und sie erzählte mir, wie glücklich sie sei, dass sie außerhalb des Systems lebte und sie wollte gar nicht ins System zurück. Als ich sie dann fragte, ob sie meine Telefonnummer aufschreiben wolle meinte sie, das wäre zu aufwendig an ihren Bleistift ranzukommen, der sei irgendwie weiter weg und da müsse sie aufstehen, sie sei krank und es sei kalt, sprich dazu habe sie keine Lust. Da fragte ich mich: stimmt das alles, was sie sagt und stimmt das noch für mich? Will ich wirklich weiterhin total außerhalb des Systems leben in ständiger Angst, dass sie mir an den Karren fahren, weil ich keine Krankenversicherung habe und dies nicht und das nicht? Will ich das noch? Oder sage ich mir lieber, okay, danke für die unglaublich interessante und spannende Zeit, die ich hatte, in der mich Gott und mein Glaube  weitgehend durchs Leben getragen haben, aber jetzt ist Zeit für etwas anderes. Jetzt nehme ich einfach mal das an, was mir zusteht. Dankend selbstverständlich. Das ist auch mal heilsam. Unglaublich heilsam.

Gemeinschaften-Festival

Letzte Woche realisierte sich dann auch noch so ein Traum, den ich vor unzähligen Jahren schon mal hatte: zum Gemeinschaften-Festival zu gehen. Das fand all die Jahre zweimal im Jahr statt. Schon im Dezember hatte ich geschaut, ob ich da nicht hingehen könne, aber mangels nötigem Kleingeld und noch aus anderen Gründen hatte ich mich dagegen entschieden. Diesmal fragte ich auch kurz vor dem Festival an und da es mir wieder etwas zu teuer war und sie keine Helfer*innenplätze mehr frei hatten, sagte ich ab. Doch dann kam eine Einladung, mitzuhelfen, da einige Helfer*innen abgesprungen seien und da überlegte ich nicht lange und fuhr einfach hin. Eine Mitfahrgelegenheit, die ich in der Nacht rausgesucht hatte meldete sich bis zum anberaumten Zeitpunkt zwanzig Minuten vor Abfahrt nicht, aber ich war zum genannten Treffpunkt gegangen. Ein Freund hatte mir erzählt, dass er von dort manchmal wegtrampe und nach fast einer Stunde war ich erfolgreich und eine Frau nahm mich mit. Leider setzte sie mich auf einer Schnellstraße an der Autobahnauffahrt ab, wo ich gar nicht stehen durfte. Die Autos kamen angerauscht und die Polizei kam auch gleich vorbeigefahren mit Handzeichen, dass ich hier nicht stehen dürfe. Also über die Leitplanke und die Böschung runter, die den Spuren nach auch schon jemand vor mir gegangen war. Dann den Weg zur Raststätte, die nicht allzuweit entfernt war. Von dort war ich schon öfters weg getrampt.  und auch jetzt nahm mich gleich einer mit mit holländischem Kennzeichen. Das ist äußerst ungewöhnlich. In meiner gesamten Trampzeit hat mich nur einmal ein Auto mit holländischem Kennzeichen mitgenommen. Es kam heraus, dass er gar kein Holländer bzw. Niederländer war, sondern Rumäne. Und: er fuhr relativ in die Nähe wo ich hinwollte, nur etwa 35 Kilometer entfernt. Und diese 35 Kilometer nahm mich eine Frau wiederum mit gelbem Nummernschild mit, diesmal aus Luxemburg. Ich hatte sie im Gegensatz zu den vielen anderen Leuten an der Tankstelle gar nicht gefragt. Sie fragte mich von sich aus und war bereit, die Strecke für mich zu fahren, obwohl sie da im Moment gar nicht hinwollte. „Jeden Tag eine gute Tat“, sagte sie als ich einstieg. „Ich war früher Jägerin. Aber heute gibt es gar nicht mehr viele richtige Jäger. Die schießen heute alles wahllos ab. Das ist schrecklich“, erzählte sie. Und als ich von einer Freundin Mitte Siebzig sprach, meinte sie, da wäre sie zwölf Jahre älter. „Früher bin ich Rallyes gefahren. Ich war mit einem Luxemburger verheiratet.“ Eine wirklich interessante Persönlichkeit.

Nur manchmal –  oder immer?

Ich wurde dann sehr nett auf dem Festival empfangen, das zwei Tage vorher begonnen hatte. Als ich irgendjemand von meinen Leben erzählte, sagte die Person ganz richtig: „Das kann man mal ne zeitlang machen“. Ja, das war mein Gefühl auch. Da waren auch andere digitale Nomaden und andere (Welt)Reisende. Einer davon stellte sich mir mit „Ich bin ein Wanderer zwischen den Welten“ vor. Der Begriff blieb in meinem Kopf hängen. Ja, als Wanderer zwischen den Welten  fühlte ich mich auch. Ich traf eine Frau, die mit mir in der selben Samba-Gruppe spielte, in der ich seit Kurzem mitspielte. Und eine, bei der ich vor vielen Jahren mal am Bodensee übernachtet hatte. Sie fuhr mich dann nach Hause und blieb noch zwei Nächte bei mir. Ihr Hund plantschte dabei in jedem Brunnen, als wir durch die Stadt gingen. So lebte die Gemeinschaft vom Festival her noch ein wenig fort. Es waren sehr erfüllende Tage und ich freue mich, dass ich es gemacht habe. Es war ein so lange gehegter Traum, der einfach in Erfüllung ging. Manchmal lohnt es sich, etwas Zeit und Geld zu investieren, um unsere Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Nur manchmal –  oder immer?

Der blockierte Künstler

Ich stellte auch fest, dass ich blockiert bin. Der blockierte Künstler/ die blockierte Künstlerin. Ich fragte mich, was kann ich tun, um meine Blockade aufzulösen?  Es kommt ja angeblich nur darauf an, die richtigen Fragen zu stellen. Das hier ist das Resultat.

Es grüßt Euch zu den Sternschnuppennächten

Eure Michelle

 

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Heute und morgen ist Sternschnuppennacht!

Wir haben heute wieder eine Sonnenfinsternis um 11:11 Uhr überlebt und letzthin eine Mondfinsternis. Und wir leben immer noch. Noch dazu ist heute Nacht eine Sternschnuppennacht wie morgen, vom 12. auf den 13. August auch noch, in der man bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde sehen kann. Denn: die Perseiden bescheren uns wie jedes Jahr dieses Wochenende einen Meteor-Regen. Wir sind gerade wahrlich gesegnet mit astronomischen Besonderheiten. Die Sternschnuppennacht habe ich bisher immer weitgehend verpasst, aber jetzt ist wieder eine großartige Gelegenheit, Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Denn ich muss wirklich und ehrlich gestehen: was immer ich mir bei der Gelegenheit eine Sternschnuppe gesehen zu haben gewünscht habe, ging soweit ich mich erinnern kann fast alles in Erfüllung; vorausgesetzt, dass ich zwischen Sehen der Sternschnuppe und dem Wunsch nichts gesprochen habe. Das ist so eine Erfahrung. Ich bin sonst nicht so fürs Wünschen, vor allem nicht à la Bärbel Mohrs „Bestellungen beim Universum“. Ich bin eher den Weg der Wunschlosigkeit gegangen und war auch ganz glücklich damit. Aber: man/frau/mensch darf sich ja auch mal was wünschen – am Besten von Herzen – vor allem in einer Sternschnuppennacht. Wir dürfen uns was für uns wünschen oder ganz uneigennützig etwas für die ganze Welt. Ich glaube nicht, dass das verboten ist.

Also: Sternschnuppe sehen, Augen schließen, sich in Ruhe etwas wünschen und erst nach dem Wunsch mit den Nächsten reden, die mit uns und bei uns sind. Dann habe ich gute Chancen auf eine Wunscherfüllung. Das ist eigentlich ein Geheimnis ;), aber ich gebe es hiermit mal auf diesem Wege an meine Liebsten weiter, an diejenigen, die diesen blog aus irgendwelchen Gründen lesen… Ihr habt es Euch verdient.

Wasser für Kleintiere

Von verschiedenen Seiten wie vom Bund für Naturschutz und auch von Privatleuten wird gerade darauf aufmerksam gemacht wie wichtig es zur Zeit ist, Wasser für Vögel und andere Kleintiere im Garten und auf dem Balkon bereit zu stellen. Durch die lang anhaltende Trockenheit wird es für die Tiere schwierig, genügend Wasser zu finden. Die Wasserstellen sind ausgetrocknet. Viele Tiere verdursten. Ich habe gerade einen Behälter mit Wasser auf den Balkon für die Vögel und einen für Igel und andere Kleintiere in den Garten gestellt und hoffe, dass die Tiere es finden, um nicht zu verdursten.

Tour de Natur

Eben ist mir beim Aufräumen ein Flyer der in Kürze stattfinden Tour de Natur in die Hände geflattert und da ich Veranstaltungen solcher Art von Grund auf schön finde, möchte ich meine lieben Leser*innen darüber informieren. Es handelt sich bei der Tour de Natur um eine 15-tägige Fahrradtour mit etwa 100 – 150 Menschen, die am Samstag, den 21. Juli 2018 in Kassel beginnt, über Witzenhausen, Göttingen und Halle (Salle) geht und in Leipzig am Sonntag, den 5. August 2018 endet.

Bei ihr wird in einem Tempo, bei dem alle mitkommen gemeinsam durchs Land geradelt, zusammen durch Demos mit Musik, Tanz und Straßentheater Politik gemacht, für Alternativen des heutigen Wirtschaftssystems die Augen geöffnet und Biohöfe, Wohnprojekte und andere spannende Initiativen besucht. Das Mitradeln kostet pro Tag für Organisation und Übernachtung 5 – 10 Euro nach Selbsteinschätzung und für Wenigverdienende nur 50 Cent, für biologische und vegane Vollverpflegung plus 10 – 15 Euro – nach Selbsteinschätzung – pro Tag.

Infos gibt es unter Tour de Natur im Internet und per Telefon unter 0351 – 49 433 54. Die Partner der Veranstaltung sind der adfc Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, der VCD, der BUND, die Grüne Liga Netzwerk ökologischer Bewegungen und Pro Pödelwitz.

Mal wieder schreiben…

Ich sollte mal wieder was schreiben. Das habe ich so lange nicht mehr getan. Diesen blog einfach vernachlässigt. Das hat viele Gründe. Die neue Datenschutz-Grundverordnung hat mich lahmgelegt. Manche Leute von anderen blogs haben mir dazu etwas geschickt. Andere haben sich entschieden, mit ihren blogs aufzuhören. Ich wusste nicht so recht. Schon lange frage ich mich, ob es für mich noch stimmt, diesen blog weiterzuführen. Schließlich vagabundiere ich schon lange nicht mehr. Nicht mehr so wie noch vor vielen Jahren. War ja die letzten Jahre immer irgendwo unter. Und jetzt seit Anfang Januar eine eigene Wohnung! Und ich sage Euch: ich bin supersesshaft geworden! So wie die anderen Menschen, die nach langer Zeit ohne Wohnung wieder sesshaft wurden. Wie Raphael, mein französischer Freund von vor vielen Jahren, der achtzehn Jahre ohne eigene Wohnung war. Er war dann auch supersesshaft. Stellt Euch vor: die Michelle, die so viele Jahre gereist und gereist ist, fragt sich, wenn sie nun mal weg ist „wo möchte ich jetzt gerne sein?“ Und dann kommt als Antwort „Ich möchte Zuhause sein in meiner Wohnung. Ich möchte so schnell wie möglich zurück.“ Was für ein Wandel!

Ich kann diesen Wandel selbst kaum glauben und würde niemandem glauben, der es mir erzählen würde und doch ist es wahr. Ich habe Monate gebraucht bis ich meine Wohnung überhaupt bewohnen konnte. Am Anfang war ich nur zwei bis drei Stunden am Tag dort und sonst bei Freunden, die mich eingeladen hatten. Es war eine langsame Annäherung. Ich und die Wohnung. Dann wurden die ganzen Bäume vor meinem Balkon gefällt, die ich eigentlich retten wollte, zumindest einen Teil davon. Es warf mich um. Etwa einen Monat brauchte ich, um mich davon zu erholen. Dann kam eine Retraumatisierung. Wisst Ihr durch was? Mich hatten die tollen Hilfseinrichtungen in der Stadt noch bevor ich eine Wohnung hatte darauf hingewiesen, dass für mich eine bestimmte Sozialpädagogin zuständig sei. Genau diesselbe Sozialpädagogin, die dafür zuständig war, dass ich die ganzen Jahre so lebte, wie ich gelebt habe. Weil sie mich damals in einem Wohnheim für Frauen abgelehnt hatte. Daraufhin war ich dann vor fast zehn Jahren nach Frankreich ausgewandert. Wegen dieser Ablehnung. Dass dies eine solch traumatische Erfahrung für mich war, bekam ich erst hier mit. Ich wollte nämlich alles, nur nicht zu dieser Frau, die mich damals abgelehnt hatte. Da nahm ich mir lieber eine Wohnung. Und zwei ‚Tage, nachdem ich mich entschieden hatte, jetzt nehme ich mir hier an diesem Ort eine Wohnung, hatte ich eine. Das grenzte auch schon wieder an ein Wunder. Und jede Person, der ich davon erzähle wundert sich auch, denn es ist unglaublich schwierig, in dieser Stadt eine Wohnung zu finden. So sagt jede(r).

Ich wollte also alles, nur nicht zu dieser Sozialpädagogin. Es ist heute noch diesselbe wie damals. Sie saß die ganze Zeit brav auf ihrem warmen Stuhl während ich die größten Abenteuer erlebte. Ich hatte große Schwierigkeiten, als mich dann immer wieder Leute darauf hinwiesen, ich müsse dorthin. Ich erlebte hautnah, was es heißt, eine Retraumatisiserung zu erleiden. Auch deshalb war ich einen ganzen Monat schachmatt gesetzt. Konnte mich nur um mein leiblich-seelisch-geistiges Gleichgewicht kümmern. Ich las dann aber ein wundervolles Buch, das ich mir per Fernleihe aus der nächsten Staatsbibliothek bestellt habe. Es heißt „Das goldene Tor zum Leben. Wie unser Trauma aus Geburt und Schwangerschaft ausheilen kann“ von Franz Renggli. Es ist ein schweizer Autor. Die Schweizer sind genau wie die Franzosen für mich immer wieder lebensrettend gewesen. Meine Oma war Schweizerin. Ich sage mal: ohne sie wäre ich nicht mehr am Leben. Renggli beschreibt das Geburtstrauma, das wir fast alle erleben. Und er zeigt Wege auf, wie wir damit umgehen können, um davon zu heilen. Ich beschäftige mich nunmehr seit zwanzig Jahren mit Heilung. Und ich kann sagen, es ist eines der Bücher, die zur Heilung hinführen können. Ein wundervolles Buch aus dem Arkana Verlag. Leider ist es vergriffen und nur zu einem extraorbitant hohen Preis von 75 Euro zu haben. Aber wie gesagt, per Fernleihe kann man es sich in jeder größeren Bibliothek bestellen und dann kostet es gar nichts. Bedingung ist, dass man es in der Bibliothek liest. Aber das tue ich sowieso seit vielen Jahren lieber. Und von wegen Trauma: ich bin auf die Therapeutin Dami Charf gestossen, deren Newsletter ich ebenfalls empfehlen möchte für alle, die sich für Traumaheilung interessieren. Nach vielen vielen Jahren der Beschäftigung mit Heilung kann ich sagen: Heilung geschieht. Sie geschieht langsam und leise, wenn wir uns damit beschäftigen und wenn wir uns dies wünschen. Langsam und leise immer mehr. Wir dürfen nur den Mut nicht aufgeben, sondern einfach immer weiter mutig voranschreiten. Am besten mit Gottvertrauen. Und Vertrauen in das Leben, das wir vielleicht aufgrund mancher Ereignisse in unserem Leben verloren haben.

Wo ereilen mich hier in letzter Zeit, also seit ich die Wohnung habe wieder und wieder ganz starke Schockerlebnisse. Ich verstehe das gar nicht und doch: Wie sagte eine Freundin treffend? „Es sind diese Schockerlebnisse, die uns dauerhafte Heilung bringen.“ Und das ist wahr. So ist die Sesshaftigkeit für mich eine einzige große Herausforderung. Denn, was man nicht gesehen hat an meinem wunderbaren Nomadenlebensstil: ich war gar nicht konfliktfähig, denn wenn es brenzlig wurde, dann bin ich einfach gegangen. Es war dann letztes Jahr so, dass ich zwei Kaliber meiner Sorte in Frankreich kennengelernt habe. Sie kannten sich beide auch noch. Beides Hardcore-Pilger. Longdistance und Draußen-Schlaf-Pilger. Ich sah sie mir an und dachte: will ich das? Will ich so weitergehen wie bisher? Will ich das weitermachen, bei jedem sich anbahnenden Konflikt wegzurennen auf nimmer Wiedersehen oder bis eben Gras über die Sache gewachsen ist? Es heißt ja immer, wir können die Welt nicht ändern, wir können nur uns selbst verändern. Also wäre das wirklich ein Feld wo ich etwas verändern könnte. Konfliktfähig werden. Was ganz Neues. Sich stellen.

Letzt hatte ich mit einem Leiter der Samba-Gruppe, bei der ich nun zu meiner großen Freude schon drei Mal zu Gast bei den Proben mitspielte, ein Gespräch und er sagte „man kann fliehen oder standhalten“. Ich habe mich immer mit einem Pferd verglichen, das ein Fluchttier ist. Aber ist das für die Ewigkeit festgeschrieben, dass man ein Fluchttier ist? So versuchte ich es zur Abwechsung mal mit Standhalten. Oder auch mal mit Angriff. Um das Repertoire ein wenig zu vergrößern. Natürlich brauche ich Hilfe. Ich brauche Hilfe hier und da. Bin das alles ja gar nicht mehr gewöhnt vor allem in Deutschland.

Vor zwei Tagen trampte ich mit einer Frau zusammen mit einem Menschen wohl türkischer Abstammung, der uns von Anatolien vorschwärmte. Er beschwerte sich über Deutschland. „Die Deutschen beleidigen einen so viel. Das habe ich bisher noch in keinem anderen Land so erlebt. Und ich habe in mehreren Ländern gearbeitet. Auch in Spanien und Italien. Und der Türkei.“ Ich hatte ja schon einmal die Feststellung gemacht, dass die Türken in Deutschland wesentlich unfreundlicher sind in der Regel wie zum Beispiel in der Schweiz. Man hört auch allerortens, sie wären in der Türkei so nett. Daraufhin konnte ich nur darauf schließen, dass die Deutschen nicht nett zu ihnen sind und sie im Umkehrschluss dann auch nicht nett zu den Deutschen sind. Ist doch ganz klar. Ich tröstete ihn damit, dass wir Deutschen auch nicht unbedingt immer nett zueinander wären. Obwohl ich mich wirklich in keinster Weise beschweren möchte oder könnte. Die Leute sind in der Regel schon sehr nett zu mir.

So, und jetzt ganz aktuell möchte ich noch ein weiteres Ereignis mitteilen, das letzte Woche stattfand. Ich war vor neuneinhalb Jahren ja aus dem System herausgefallen. Bekam plötzlich kein Geld mehr. Weshalb ich so lebte wie ich gelebt habe. Ein Jahr ohne Geld, dann mit ganz wenig Geld für viele Jahre. Ich war ungeheuer glücklich. Das war deshalb so, weil immer alles ausgeglichen ist. Das heißt, wenn ich auf der materiellen Ebene fast nichts habe, dann bin ich auf dieser Ebene sehr im Negativ. Das wird dann durch extreme Glücksgefühle ausgeglichen, die man hat, wenn etwas kostenlos zu einem kommt. Aber trotzdem: ich habe für diese Art von Leben nicht allzu viel Reklame gemacht. Zum einen, weil es kein leichtes Leben ist. Und zum anderen, weil mir nicht wirklich klar war, ob auf dieser Art von Leben wirklich der Segen Gottes ist. Es war dann so, dass ich so ein Schlüsselerlebnis hatte, als ich mit einer Frau telefonierte, die ebenfalls aus dem System heraus war und auch gar nicht mehr zurück wollte. Es war Winter und sie war im Bauwagen und ich fragte sie, ob sie meine Telefonnummer aufschreiben wolle. Einen Bleistift zu holen schien dermaßen kompliziert für sie zu sein, dass sie lieber nicht meine Telefonnummer notieren wollte. Da fragte ich mich: ist es wirklich so erstrebenswert, außerhalb des Systems zu sein? Ich war dies so viele Jahre und ich war glücklich damit, aber ich hatte in meiner Extremsituation auch keinen Impakt mehr auf das System. Ich hatte mir vorher immer gesagt: ich kann nicht das System kritisieren, wenn ich davon profitiere. Aber dann war ich außerhalb und hatte fast gar keinen Kontakt mehr zu sogenannten normalen Menschen. Diejenigen, die ich kennenlernte waren selbst in Extremsituationen. Der einzige Kontakt zur normalen Welt kam durchs Trampen zustande. So entschoss ich, wieder ins System zurückzukehren. Erstmal in die Krankenversicherung. Das war ein enormer Akt, der auch noch nicht abgeschlossen ist. Erst wollten sie 9000 Euro für vier Jahre Beitragsschulden. Dann meinten sie, es wäre ein Fehler gewesen und erließen mir die 9000 Euro. Stattdessen musste ich nur knapp 600 Euro für ein paar Monate nachzahlen. Und auch da bin ich noch am Kämpfen. Am Gesetze hin- und herwälzen.

So beschäftige ich mich gerade äußerst viel mit dem System, das für mich jedes mal aufs Neue wieder haarsträubend ist.  Da scheinen mir die Krankenkassen mitlerweile aufs Eintreiben von Geld spezialisiert zu sein. Welch ein Unrecht, dass ein Mensch, der kein Einkommen hat, so viel Krankenkassenbeitrag zahlen muss wie ein Hartz IV-Empfänger und veranschlagt wird mit 1000 Euro Einkommen. Ja richtig. Jemand ohne Einkommen zahlt, als hätte er tausend Euro Einkommen. Gibt es das? Ja, in Deutschland gibt es das. Unrecht am deutschen Volk. An den Ärmsten der Armen. Das muss an dieser Stelle mal gesagt werden. Und dann die Gepflogenheit, Menschen mit dem Höchstsatz einzustufen, wenn zunächst einmal keine Informationen über ein Einkommen vorliegen. Total abstrus. Wie kann das sein, dass da ein Gesetzgeber dazu schweigt?

Und wer sich nicht wehren kann, der braucht einen Anwalt – oder einen Betreuer. Ich verstehe hier in diesem Lande oft die Welt nicht mehr. In Frankreich hatte ich alles umsonst. In Deutschland muss ich für alles teuer bezahlen. Total absurd. Dass die Menschen ihr ganzes Geld aufbrauchen müssen bis sie mal was bekommen. Um dann nie wieder aus der Bedürftigkeit herauszukommen. Ich leide an dieser Ungerechtigkeit, an diesem Unrecht. Ja, ich leide. Das gibt es nicht, das dürfte nicht sein. Wird Zeit, dass wir ein Grundeinkommen bekommen. Das kann ja so nicht weitergehen. Ich bin für ein bedingtes Grundeinkommen, bei dem die Menschen nicht gar nichts, sondern eineinhalb bis zwei Stunden an Werktagen sich einbringen mit dem, was ihnen liegt und/oder was gebraucht wird. natürlich freiwillig und nur, wenn sie können. Das, um die lebensnotwendigen Dinge aufrecht zu erhalten.

Es gibt immer wieder Klippen zu umschiffen. Angriffe von allen möglichen Richtungen, vor allem geistiger Art. Habe da die letzte Zeit viel erlebt und Glück gehabt, dass da das richtige Gebet zur rechten Zeit kam. Habe gerade einen interessanten Artikel darüber gelesen, mit was für Methoden alles man sich schützen kann. einige sind mir schon seit vielen Jahren bekannt wie sich in Meersalz baden oder mit Salz Abduschen. Man hat da ganz schön seinen Kampf damit, wird jedoch immer erfahrener. Auch im Freundeskreis geht es gerade hoch her. Wir müssen zur Zeit alle wirklich auf uns aufpassen. Es geht turbulent zu.

Früher war die Herausforderung, auf Gott zu vertrauen, dass ich jemanden finde, der mich einlädt, immer genug zu essen habe und Kleidung, was ja auch wirklich passiert ist ohne dass ich viel dazu getan hätte. Jetzt ist die Herausforderung, allen Widerständen und Widrigkeiten zum Trotz dazubleiben und die Stellung zu halten. Für mich ist dies sogar die größere Herausforderung. Und was ich eigentlich vorhin sagen wollte war, dass ich Geld beantragt habe und nach einem halben jahr eingeladen wurde, um festzustellen, ob ich darauf noch ein Anrecht habe. Erstaunlicherweise hatte ich enorme Angst davor und wäre fast nicht hingegangen. Aber danach hatte ich plötzlich viel mehr Energie zur Verfügung und ein gutes Gefühl. Noch dazu war es in keinster Weise so schlimm gewesen wie erwartet. Was für ein Wunder. So erlebe ich immer noch Wunder, habe weiterhin interessante Begegnungen und Lebensfreude und dies an ein und demselben Ort.

Zum Schreiben dieser Zeilen motiviert hat mich übrigens eine Frau, die ich aus einem besetzten Hippiedorf in Italien kenne und der ich meinen Blog erst gar nicht weitergeben wollte, weil ich dachte, ihr würde das sicher gar nicht gefallen. Und jetzt ist sie eine meiner liebsten Leserinnen. Das nur am Rande, will sagen: ich freue mich sehr über Euer Feedback ;). Danke.

 

Garten der Zukunft

Mischkultur statt Monokultur

Hier ein Community Garden aus Norditalien, den eine Gruppe von Einwohnern in einem kleinen Dorf in der Nähe von Mantova seit Januar letzten Jahres mit vereinten Kräften aufgebaut hat. Das Vorbild war Emilia Hazelips synergistische Landwirtschaft, einer Art Permakultur, die sich wiederum aus Masanoba Fukuokas natürlicher Landwirtschaft und dem „Nicht-tun-Anbau“entwickelt hat.

Die Prinzipien Fukuokas

  • „Nicht fragen, was man tun sollte, sondern sich fragen, was man unterlassen kann!“
  • Die Natur als das perfekte Vorbild
  • keine Maschinen
  • keine Chemikalien
  • sehr wenig Unkrautregulierung
  • keine Kompostierung
  • keine Bodenbearbeitung
  • Dauerbegrünung

Fukuoka ist nicht grundsätzlich gegen Arbeit, sondern nur gegen unnötige Arbeit. Die Natur dient dabei als das perfekte Vorbild. Natürlicher Anbau ist sanft und leicht und zeigt eine Rückkehr zur Quelle des Ackerbaus an. Ein einziger Schritt weg von der Quelle führt uns nur in die Irre.

Die Vier Prinzipien des natürlichen Anbaus

1. Nicht-Bearbeiten

Die Erde kultiviert sich auf natürliche Weise selbst, durch Pflanzenwurzeln und der Aktivität von Mikroorganismen, kleinen Tieren und Regenwürmern. Die natürliche Bodenfruchtbarkeit verbessert sich durch das Nichtbearbeiten und Dauerbegrünen der Anbauflächen von Jahr zu Jahr.

2. Nicht-Düngen

Es werden weder chemische Dünger noch fertiger Kompost eingesetzt. Als „Dünger“ werden Leguminosen in Untersaat angebaut und das Stroh wieder auf den Feldern verteilt. Ein wenig Hühnermist wird auch verwendet.

3. Keine Unkrautbeseitigung

Unkräuter haben einen unschätzbaren Wert beim Aufbau der Bodenfruchtbarkeit und helfen beim Ausbalancieren der biologischen Gemeinschaft. Unkraut wird kontrolliert, aber nicht nicht beseitigt.

4. keine Chemikalien

Der sensible Weg zur Krankheits- und Insektenkontrolle sind kräftige Pflanzen in gesunder Umgebung. In intakter Natur stellen Schädlinge selten ein Problem dar.

Es wurden hier in diesem Garten Hügelbeete angelegt,  mit Stroh gemulcht und wenig Unkraut gejätet. Es kommen auch ganze Schulklassen in den Gemeinschaftsgarten, um zu sähen und zu ernten. Viele haben mitgeholfen, um den Garten aufzubauen, aber nur etwas mehr als eine Handvoll sind beständige Gärtner. Um die Beete herzurichten wurden Maschinen gebraucht und es hat auch ein paar tausend Euro gekostet trotz tatkräftiger Mithilfe von Bauern aus der Gegend. Aber das Resultat kann sich sehen lassen.

Die Bilder sprechen für sich:

 

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Ein phantastischer Ort!

Ich kam dort durch glückliche Fügung vorbei und wurde eingeladen dort zu bleiben und zu zelten. Die Leute aus dem Gemeinschaftsgarten kamen vorbei, brachten mir eine Pizza und luden mich zum Dorffest am Abend ein. Und dann für ein Fest am nächsten Abend. So blieb ich. Es war eine Deutsche im Ort, die ebenfalls im Gemeinschaftsgarten mitarbeitete und die mich zum Frühstück einlud. Mit ihr fuhr ich zum Nachbarort in einen Biogemüsegarten mit jungen Leuten, die das Biogemüse verkauften. Und am Abend beim Fest wurde ich wiederum eingeladen noch einen Tag zu bleiben, denn am nächsten Tag wäre wieder ein Fest, bei dem ich unbedingt dabei sein müsste…

 

Aus dem Leben Hier und Jetzt

Samstag, den 28. April 2018

Gestern sind lauter außergewöhnliche Dinge passiert. Zuerst einmal war ich wieder vollkommen handlungsunfähig, denn nach dem Besuch in einer öffentlichen Einrichtung, deren Namen ich hier erst gar nicht nennen will und nachdem ich drei Würgeschlangen und einige Riesenkakerlaken beäugt und von zwei Vogelspinnen gehört hatte, die dort in Terrarien gehalten wurden, stand ich vollkommen unter Schock. Erst nach einem Telefonat mit einer Freundin, die mir empfahl, zur nächsten Drogerie zu gehen und mir Bachblüten Rescue-Tropfen zu holen wurde es wieder besser. Davor war ich nicht einmal fähig, meine eigenen Rescue-Tropfen zu finden, die ich noch irgendwo in meinem Besitz wähnte.

Nachdem die Lebenskräfte wieder in mich zurückkehrten, fuhr ich zum Garten des Wandelbewegers, der mich eingeladen hatte, am nachmittag vorbeizuschauen. Das war genau das, was ich gerade brauchte. Im Grünen zu sein und mit Leuten zusammen im Garten zu werkeln. Da kamen die Lebensenergien wieder zurück. Wir entfernten das Unkraut im Erdbeerbeet, an ein paar Wegen und um die Rukulapflänzchen, die um einen Baum herum gewachsen waren und als die anderen weg waren, suchte ich mir noch ein paar Kräuter für einen Wildkräutersalat zusammen.

Dann schaute ich im „Raum für Träumer“ vorbei, wo zwei Freundinnen hinkommen wollten, um den gemeinsamen Gebrauch des Autos von einer der Beiden zu besprechen. Lollo war da, er dachte, wir hätten vielleicht heute unser Treffen. Wir aßen zusammen Brot und tauschten Neuigkeiten aus bis die beiden Damen kamen und wir zu mir fuhren, um uns wegen des Wagens zu besprechen. Bella erzählte mir davon, dass einer unserer Gruppe nun Morning pages schreibe.

Morning pages schreibe ich schon seit Jahren“, sagte Bella.

Ja, ich würde auch gerne wieder morning pages schreiben, denn ich habe aufgehört damit.“

Ach, das kommt schnell wieder.“

Jede brachte ihre Punkte ein von wegen den Kosten für Steuer, Versicherung und eventuellen Reparaturen. Ich war danach sehr glücklich, denn der lange gehegter Wunsch eines gemeinsamen Autos ging damit in Erfüllung!Wir hatten das zwar vorher auch schon prktiziert, aber noch nie hatten wir zu dritt zusammengesessen und die Sache wirklich dingfest gemacht. Außer uns wollte sich noch eine weitere Person beteiligen.

Als alle weg waren setzte ich mich mal mit Zeit und Muße an mein netbook. Ich hatte an meinem neuen Smartphone, das mir ein Freund geliehen hatte einen Internet-Hotspot und dachte, den müsste ich doch eigentlich mit meinem netbook benutzen können. Bisher hatte es immer gestreikt, wollte irgendwelche Passwörter, die ich nicht liefern konnte, aber damit gab ich mich diesmal nicht zufrieden. Es musste, wenn ich schon so einen Hotspot hatte, doch irgendeinen Weg geben, dachte ich.

So ganz in Ruhe probierte ich dies und das aus und siehe da, plötzlich tauchte wie aus dem nichts ein Passwort auf dem Display meines Handys auf. Es dauerte dann noch eine kleine Ewigkeit bis der Computer sich breit erklärte, das vorhandene Internet auch zu benutzen, aber irgendwann nach vielleicht einer Stunde intensiver ganz gelassener und entspannter Widmung zum Thema war es endlich soweit: das Netbook war bereit, den Android-Internetzugang zu benutzen und ich war auf einmal damit im Netz!!! Was für ein Wunder! Was für andere vielleicht ganz normal ist, war für mich etwas völlig außergewöhnliches, denn den Internet-Hotspot hatte ich jetzt schon gute zwei Monate und alle Versuche, ihn bisher in Zusammenhang mit meinem Netbook oder auch meinem Tablet zu benutzen schlugen fehl. Nicht so diesmal.

In der Ruhe liegt die Kraft“ heißt ein Sprichwort und ich musste sagen, nicht nur diesmal stimmte es. Es funktionierte fast schon von selbst. Mir war schon öfter aufgefallen, dass das mit dem Computer eine seltsame Bewandtnis hat. Bei vielem weiß man erstmal nicht so recht und es funktioniert auch nicht so wie man gerne hätte, vor allem je neuer und angeblich „sicherer“ ein Gerät ist. Mein Gerät fragt jetzt zum Beispiel nach irgendwelchen heimnetzgruppen und dies und das. Aber: wenn man sich die Zeit nimmt und in Ruhe einfach ausprobiert, bekommt man manchmal auf ganz intuitive Art und Weise das Gewünschte einfach hin, obwohl man überhaupt nicht weiß, was die nötigen Schritte sind, die einem zum gewünschten Ergebnis führen. Von daher war ich äußerst beglückt, als endlich nach doch recht langer Zeit das Internet an meinem netbook funktionierte, denn ich konnte mir gleich das neueste Video des Kongresses Gesellschaftswandel.net anschauen, in dem alle Interviewten in einem gemeinsamen Video noch einmal etwas sagten. Und das Beste an der Geschichte war, dass der Interviewte, den ich zu meinem Treffen letzte Woche eingeladen hatte, davon live berichtete! Das war wirklich obercool. Er berichtete, wie ich sein Videointerview vor einer Woche gesehen hatte und ihn am selben abend per e-mail  für ein Treffen mit einer Gruppe von Leuten für den nächsten Abend eingeladen hatte. Und dass wir danach noch etwas trinken gingen und er mich daraufhin einlud, in seinem Gemeinschaftsgarten mitzugärtnern. Worüber ich wiederum überglücklich war, denn ich suchte schon lange nach einem Garten zum mitgärtnern. Am nächsten Tag trafen wir uns im Garten und er gab mir sofort den Schlüssel, damit ich auch alleine in den Garten inmitten einer Schrebergartenanlage kommen könnte. Und jetzt in diesem Video, das gerade online ist und zu dem ich Euch auch gerne einladen möchte, es Euch anzuschauen wie auch die anderen Videos, die da der Kongress nun zuende ist von Montag, den 30.4.2018 bis Dienstag, den 1.5.2018 noch einmal komplett alle freigeschaltet werden. Mir haben die paar Interviews, die ich gesehen habe, echt gut gefallen, weshalb ich sie hier auch wärmstens weiterempfehlen kann.

So kommt es mir gerade vor, als würde da ein Teppich gewebt werden. Ein Teppich, in dem wir alle irgendwo mit eingewebt sind. Wir alle, die wir irgendwo in unserem Herzen und Bewusstsein an einer besseren oder zumindest  anderen Welt mitweben möchten. Und ich musste als ich im neuen Garten war an den Gemeinschaftsgarten denken inmitten vieler Hunderte von Kilometern Monokulturen von Mais und Reis in Italien, auf den ich beim Jakobsweg im Jahre 2015 gestoßen bin. Dort hatten sie den Garten nach der Pionierin Emilia Hazelip angebaut, die in Deutschland scheinbar gar nicht bekannt ist, denn im Internet sind keine deutschen Einträge zu finden. Sie hat eine sogenannte synergetische Landwirtschaft begründet, die von dem Japaner Masanobu Fukuoka, einem Vertreter der Permakultur entscheidend mit beeinflusst war. Der dortige Garten hat mir so dermaßen gut gefallen, dass auch mir die Lust kam, einen Garten nach ihren Prinzipien anzubauen.

Und hier ist auch schon das Ergebnis meiner heutigen midday pages.