Du musst dein Leben ändern

So stand es letzt in grossen Lettern an einem Schaufenster just als ich vom Containern um die Ecke bog und mit Freude Gemüse gefunden hatte. Wenn ich beim Essen bin, blicke ich sowieso wieder auf das grosse CHANGE-Plakat, über das ich schon geschrieben habe, nachdem ich nach zwei Monaten wieder in meine Heimat zurückgekehrt bin zu meinen netten Gastgebern, die mich auch weiterhin beherbergen.

Wenn es heisst verändern, dann fragt man/frau sich zwangsläufig was? Also zum einen geht es natürlich darum, uns liebgewonnene Verhaltensweisen aufzugeben. Also bei mir geht das vielleicht unter anderem um das Containern und auch sonst um das Sammeln von Dingen, die mir so über den Weg laufen und die ich noch als nützlich für irgendwen oder irgendwas ansehe. „Das Müllsammeln ist die Droge armer Leute“ heisst es. Und Ihr habt bestimmt auch schon von den Menschen gehört, die wegen Vermüllung eine Räumungsklage ins Haus geflattert bekommen. So erzählte mir ein Freund, es gäbe auch noch konkret nur das Sammeln von Zeitungen und Zeitschriften, das so genannte Cluttering neben dem Messie-Syndrom. Wie dem auch sei, diese wunderbar beglückende Tätigkeit des Lebensmittel- und Sonstwasrettens ist ja keine wirklich gesellschaftsfähige und weithin anerkannte oder gewürdigte Lebensform, außer in gewissen immerhin immer größer werdenden Kreisen. Noch dazu ist es leider in Deutschland strafbar, weil der Müll in diesem armen Lande ja immer noch jemandem gehört. Selbst am Müll halten die Leute noch fest, das ist für mich das größte Armutszeugnis, das man jemandem ausstellen kann. In Frankreich ist Müll Allgemeingut und das ist auch gut so. Sowieso erkenne ich Frankreich inzwischen mehr denn je als das gelobte Land für mich. Ich sag’s Euch. Vor allem für eine Vagabundenseele ist dort gut gesorgt, was das Vagabundieren so angenehm macht, obwohl ich das eigentlich ja nur noch selten tue. In Deutschland macht das keinen wirklichen Spaß. Da gibt es nicht jeden Abend von Oktober bis März in allen größeren Städten eine Suppe und belegte Sandwiches, die von den Bäckereien abgeholt wurden. Und überall den Notruf für den Fall, dass man eine Übernachtung braucht. Überall im ganzen Land konnte man in Frankreich kostenlos eine Nummer anrufen und wurde mit einer Zentrale verbunden, die einem nach der Nennung des eigenen Namens wohlgemerkt mitteilt, wo man/frau sich hinbegegen kann, um kostenlos übernachten zu können. Vor allem vollkommen unbürokratisch. Das lobe ich mir am meisten. Man nennt einfach nur seinen Namen. Braucht dafür keine Papiere vorzeigen. In Deutschland weiss ich nicht mal wie das genau funktioniert, so kompliziert ist das. Zum Glück bin ich ja auch weiterhin eigentlich immer eingeladen, weshalb ich so etwas nicht in Anspruch nehmen muss, aber trotzdem. Genau, das ist wohl das nächste, was ich vielleicht ändern könnte. Meine Lebensform des mit anderen Mitlebens. Obwohl es so schön ist und mir so gut gefällt. Ich finde es schön, mit Menschen zusammen zu sein, vor allem wegen des Austauschs. Aber es hat natürlich auch Nachteile.

Wenn man mir kommt mit Leben ändern, dann denke ich, ich war so glücklich all die Jahre. Soooo glücklich. Ja, die ganze Lebensform hatte sich deshalb etabliert und gehalten, weil ich damit so glücklich war. Ich habe einfach irgendwann festgestellt, dass man am glücklichsten ist, wenn man nichts hat. Dann ist man über jedes klitzekleine Etwas dankbar. Alles kommt irgendwie wie aus dem Nichts heraus. Es ist phantastisch. So phantastisch, dass schwer fällt, davon abzulassen. Aber ganz ehrlich: diese Botschaft, das Leben zu ändern kam schon öfter. Genauer gesagt ab dem Jahreswechsel 2012/2013, genauer ab dem 21. Dezember 2012. Da versuchten schon Leute, mich davon zu überzeugen, doch Geld zu beantragen. Doch ich hielt fest an meiner „Gott oder Geld“-Philosophie. Es hatte sich ja alles so gut eingespielt. Und ich war wie gesagt glücklich. Es ist wahr, dass man ohne Geld glücklich ist, wenn man es freiwillig so gewählt hat. Das ist ganz einfach zu erklären: jedermann und jedefrau freut sich, wenn er oder sie etwas geschenkt bekommt oder sonst irgendwie umsonst erhält. Da freut man sich. Insofern man die richtige Haltung hat. Es gibt ja auch die Haltung, dass was nichts gekostet hat, nichts Wert ist. Das ist eine andere, in unserer Welt weit verbreitete Haltung.

Na ja, mir ist eben alles – wie mal jemand treffend bezeichnete – zugefallen. Die Einladungen zum Übernachten, das Essen, einfach alles, was ich brauchte. Aber langsam glaube ich, ich bin vielleicht nicht deshalb auf die Welt gekommen, um für immer und ewig so zu leben, obwohl ich mir selber zugestehe, dass ich schon eine gewisse Perfektion erreicht habe im wenig Geld verbrauchen. Also zumindest kann ich jedem und jeder sagen, dass man/frau ohne oder mit ganz wenig Geld leben kann und wenn jemand das Gegenteil behauptet, stimmt das nicht. Natürlich sind wir von anderen Menschen abhängig. Das sind wir immer.

Ein paar Dinge haben sich dieses Jahr schon geändert (man/frau muss alles positv sehen): ich habe mir eine neue Brille zugelegt und sehe nun klarer (ehrlich gesagt sehe ich nun, wenn ich keine Brille aufhabe, wie schlecht ich eigentlich sehe), ich habe mir nach Jahren wieder eine Geldkarte besorgt (sic!), also mein Konto reaktiviert, ich benutze wieder ab und an ein Telefon, um zu kommunizieren (whow!), also unternehme kleine Schritte, um mich aus meiner extrem marginalisierten Position nicht nur am Rande, sondern schon außerhalb der Gesellschaft wieder etwas in die Gesellschaft hineinzubegeben. Lustig finde ich dann, wenn in Zeitschriften Artikel erscheinen über eine Woche ohne Smartphone oder so was, nachdem ich zehn Jahre – noch dazu sehr glücklich – ohne Handy gelebt habe… Also, es lebe die Veränderung! Wenn auch in klitzekleinen Schritten. So mache ich auch wieder Termine oder Verabredungen, nach fast einem Jahrzehnt ohne und merke wie es ist, von einem Termin zum anderen zu gehen wie das Otto-Normalverbraucher so machen und schon fühlt sich für mich mein Leben viel normaler an. Lustig. Ja, ich lebte wirklich vollkommen außerhalb der normalen Welt. In meiner ganz phantastischen Wunderwelt eben.

Was sind wahre Freunde?

Ein Loblied auf die Freundschaft

meinen Freunden gewidmet

Wahre Freunde sind Menschen,

die mich sein lassen – wie ich bin.

Menschen,

bei denen ich sein kann – wie ich bin.

Bei denen ich keine Rolle zu spielen brauche,

bei denen ich einfach da sein kann;

sein kann.

Die mir keine Fragen stellen.

Und wenn sie mir ausnahmsweise

doch mal Fragen stellen,

dann auch die Antwort anhören,

auch wenn sie einmal länger ausfällt.

Wahre Freunde sind Menschen,

die mich nehmen – wie ich bin.

Die mich nicht irgendwo hindrücken oder -biegen wollen,

die überhaupt nichts von mir wollen oder fordern,

was ich nicht will.

Die mir beistehn, wenn ich sie brauche,

die für mich da sind, wenn ich komme,

die mich verstehen,

auch ohne, dass ich groß rede.

Mit denen ich schweigen kann.

Und mit denen ich,

wenn ich rede,

auch mal anderer Meinung sein kann.

Die nichts auf die Goldwaage legen von dem,

was ich sage,

auch wenn mal was für sie nicht stimmt.

Die mich lieben,

akzeptieren,

umarmen,

auch wenn es mir mal nicht so gut geht.

Die mir verzeihen,

wenn ich sie vielleicht

mit irgendeiner meiner Verhaltensweisen verletzt habe.

Die mir vergeben,

noch bevor ich sie darum gebeten habe

– und danach erst recht.

Weil sie mich kennen und mich mögen

trotz all meiner Ecken und Kanten.

Wahre Freunde sind,

die mich nehmen –

wie ich bin.

Und ich danke all jenen,

die mich dazu gebracht haben,

diese Worte zu formulieren,

weil sie einfach sind,

was sie sind:

wahre Freunde,

ohne wenn und aber,

die mich nehmen – wie ich bin.

Einfache Tricks im Umgang mit Geld

Eigentlich ist mein Blog ja ursprünglich dazu dagewesen, zu zeigen, dass man mit wenig oder sogar ganz ohne Geld leben kann, wie ich das im Jahre 2009 praktiziert habe. Wer will kann mein damaliges Leben unter dem Link „E-book vom Vagabundenblog“ im Blogroll nachlesen.

Diesmal möchte ich jedoch über einen Trick reden, der uns hilft, besser mit Geld umzugehen. Deshalb möchte ich ihn hier weitergeben, denn jede(r) kann davon profitieren. Ich habe ihn aus dem Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron übernommen und wende ihn seit über zehn Jahren erfolgreich an. Eigentlich ist es gar kein Trick, sondern eine ganz einfache Handlungsweise, wenn wir die Kontrolle über das Geld haben wollen, das durch unsere Hände fließt.

Der Trick besteht darin, dass wir Aufschreiben, für was wir wie viel Geld im Monat ausgeben. Also, soundsoviel für Mieten, Umlagen, Versicherungen, dann für Lebensmittel, Hygienartikel, Zigaretten…

Also, ich trenne zwischen Lebensmitteln und Genussmitteln, schreibe also auf, wie viel ich z.B. für Kaffee ausgebe, früher wie viel ich für Tabak und Papers ausgab, für Benzin usw. Jeweils auf fünfzig Cent auf- oder abgerundet. Wir sind ja keine Pfennigfuchser ;). Ich schreibe mir nach jeder Ausgabe die Summe und für was die Ausgabe war hinten in mein Tagebuch, jeweils pro Monat. Wenn der Monat um ist, addiere ich die Summe zusammen. Das ist eine kleine zeitliche Investition und es gibt Menschen, die sagen, dazu hätten sie keine Zeit.Dazu habe ich den Spruch kreiert: „Wer keine Zeit hat, sich um sein vorhandenes Geld zu kümmern, wird sich die Zeit nehmen müssen, sich um sein fehlendes Geld zu kümmern“, sprich um seine Schulden.

Wie bei anderen Dingen auch, ist hier das Tun entscheidend. Erst, wenn wir es tun, werden wir alle Vorteile erkennen. Es ist eigentlich müßig, darüber zu schreiben. Ich sage nur so viel dazu, dass wir so auf wundersame Weise wesentlich weniger Geld ausgeben, als wenn wir nichts aufschreiben, weshalb ich auch nie wieder vollkommen davon abgekommen bin, es zu tun. Selbst wenn ich einmal kurzzeitig darauf verzichtet habe, meine Ausgaben aufzuschreiben, habe ich schnell gemerkt, dass es für mich nicht stimmt, das Geld unkontrolliert aus meinen Händen fließen zu lassen. Denn durch diesen kleinen Akt haben wir die (absolute) Kontrolle über unser Verhalten mit Geld und können auch ganz leicht etwas in dieser Beziehung verändern. Wenn ich zum Beispiel jeden Monat sehe, wie viel Geld ich für ein bestimmtes Genuss- oder gar Suchtmittel ausgebe, dann fällt es mir wesentlich leichter zu sagen: Das will ich nicht! Das will ich ändern. Es gibt uns eine bestimmte Power oder Macht, etwas in unserem eigenen Leben in bezug auf Geld zu ändern. Die meisten Menschen leben ja dahingehend, sich mehr Geld zu wünschen, um freier in ihrer Zeit zu sein und selbstbestimmter zu leben. Ich bin den umgekehrten Weg gegangen: ich habe zugesehen, weniger Geld auszugeben, um möglichst lange ohne Freiheitseinschränkung durch eventuelle Geldgeber zu leben. Denn wer uns Geld gibt, bestimmt, was wir zu tun oder zu lassen haben – bis zum heutigen Tag.

Und ich habe darin immerhin einen gewissen Grad an Perfektion erreicht, mit wenig Geld zu leben. Letztes Jahr habe ich zum Beispiel weniger als tausend Euro im gesamten Jahr zum Leben ausgegeben. Und da ich es ja kenne, ganz ohne Geld zu leben, ist alles, was ich ausgebe für mich schon fast der reine Luxus. Aber ganz generell, ob wir mit viel oder wenig Geld leben, indem wir Aufschreiben, wieviel Geld wir für was genau ausgeben, erhalten wir Kontrolle und davon ausgehend einen größeren Handlungsspielraum im Umgang mit Geld. Denn ausgehend von dem, was ist, können wir entscheiden, ob wir es dabei belassen wollen oder ob wir uns eine Veränderung in der einen oder anderen Richtung wünschen. Probiert es aus, Ihr werdet erstaunt sein 😉

Da will ich vielleicht auch noch kurz darauf eingehen, was in gewissen Kreisen so verbreitet wird, nämlich, dass Geld fließen soll. Das mag alles sein. Doch meine Erfahrung ist, dass Geld nicht unbedingt wieder zurückkommt, wenn wir es ausgeben. Ganz im Gegenteil. Weg ist weg. Und so kommt unser sauer verdientes Geld, wenn wir unseren Arbeitsplatz einmal verloren haben und auf  „Almosen“ angewiesen sind auch nicht wieder.

„Der Weise spart“ las ich gestern. Ich habe das auch so gehalten, – auch wenn ich mich nicht unbedingt als weise bezeichnen möchte. Aber trotzdem. Hätte ich früher nicht gespart und nicht die letzten Jahre so sparsam wie möglich gelebt, dann hätte ich nicht  so leben können wie ich gelebt habe – in relativer Freiheit. Auf Pump zu leben – wie es uns unsere Regierungen vormachen – war für mich noch nie eine Option. Lieber bescheiden leben, aber ohne Schulden, denn Schulden kommt von Schuld – im Deutschen zumindest…

 

 

Was ist Heimat?

Vor ein paar Monaten noch, da hätte ich jeden, der mir etwas von Heimat erzählen wollte ausgelacht. Ich hätte allen Ernstes gesagt: „Heimat, das gibt es für mich nicht. Das ist eine Erfindung des Menschen.“

Und nach fünfundzwanzig Jahren fern der eigenen Heimat bin ich nun Ende letzten Jahres in meine Heimat zurückgekehrt. Und habe entdeckt, dass es doch so etwas wie Heimat gibt. Dass es doch so etwas wie einen Raum gibt, an dem wir uns Zuhause fühlen. Einen Ort, an dem wir daheim sind. Mehr wie irgendwo anders. Einen Ort, dessen Luft wir schon als Kind geatmet haben. Einen Ort, an dem wir uns in unserer Mitte fühlen. Einen Ort, an dem wir die Energie genau kennen und sie wiedererkennen, wenn wir dahin wieder zurückkehren. Einen Ort, an dem uns die Gerüche und Geräusche vertraut sind. An dem die Menschen im selben Tonfall sprechen. Einen Ort, an dem wir sein können wie wir sind. Einen Ort, an dem wir viele Strassennamen kennen. An dem wir die Umgebung kennen. Die Wiesen und Felder, die Wälder und Seen. Auch wenn er sich verändert hat, der Ort, das meiste ist noch da. Die Grundstruktur ist noch die Gleiche auch nach fünfundzwanzig Jahren.

Vielleicht sind ganz neue Viertel aus dem Boden gestampft worden, die wir uns lieber wegdenken und ignorieren, andere Gebiete platt gemacht und verunstaltet worden, wieder andere verschönert und attraktiver gestaltet, so dass man dort heute viel lieber läuft als früher. Und dann sind ein paar Projekte eines neuen Geistes entstanden: Gemeinschaftsgärten, Foodsharing-Verteiler, Umsonstecken…

Und jetzt kann ich sagen: Heimat, das hat was! Das hat was, was wir nirgends anders finden. Das ist da, wo wir als Kind gelaufen sind, als Kind gespielt haben, als Jugendliche die erste Zigarette geraucht und dem Liebsten den ersten Kuss gegeben haben. Heimat ist da, wo unser Leben begann. Und so kehren wir auf dieses Fleckchen Erde zurück, um in Dankbarkeit auf unser Leben zurückzublicken. Um die Dinge zu berühren, die wir als Kind berührt haben. Um eins zu werden und uns zu versöhnen, mit dem was war und nicht mehr ist und dem, was kommen mag.

 

 

 

Übers Fasten

Da ich gerade drei Wochen gefastet habe und jetzt auch offiziell die Fastenzeit anfängt, möchte ich mal ein paar Dinge über das Fasten aus meiner Sicht weitergeben, als Anregung, sich vielleicht eingehender mit dem Thema zu beschäftigen. Denn ich kenne mitlerweile mehrere Leute, die sich von schweren Krankheiten, darunter auch von Krebs durch eine vierzigtägige Fastenkur geheilt haben. Diese natürlichste aller Heilmethoden ist also nicht zu unterschätzen. Aber auch ohne schwerwiegende Krankheiten ist eine kurze oder längere Fastenkur immer ein Gewinn für die Gesundheit, vor allem, weil der Darm dadurch gereinigt wird und auch einmal zur Ruhe kommt.

Ich selbst praktiziere ein Heilfasten mit Obst- und Gemüsesäften sowie Kräutertees, Gemüsebrühe und natürlich viel Wasser. Bekannt geworden ist diese Art der Fastenkur durch Dr. Buchinger. Am Anfang des Fastens steht die Entleerung des Darmes. Manche bereiten sich auch ein paar Tage vorher schon mit einer speziellen Ernährung vor und bereiten sich danach auch noch nach, was sehr zu empfehlen ist, ich selber jedoch nicht praktiziere. Zur Darmentleerung am ersten Fastentag wurde und wird auch heute noch vielfach Glaubersalz eingesetzt, was ich selbst nicht empfehlen kann, weil es zu gewaltsam in den Körper eingreift. Ich selbst ziehe sanftere Mittel wie Sauerkrautsaft, Pflaumensaft oder Zitronensaft  in den gesamten ersten Fastentagen zu Trinken vor. Es gibt aber auch ein anderes Salz als Alternative, was man im Internet recherchieren kann.

Traditionell gehören zum Fasten die möglichst täglichen Einläufe. Es gibt in der Apotheke verschiedene Hilfsmittel wie Irrigator-Set, ein Klistier oder eine Klyso-Pumpe zu kaufen, die vor allem in Größe und Form variieren. Es kommt wohl vor allem darauf an, ob man die ganze Zeit zu Hause ist während des Fastens oder ob man vorhat, auf Reisen zu gehen, denn danach wird man/frau ein größeres oder kleineres Modell wählen. Eigentlich langt ein Schlauch mit Klyso-Pumpe, denn ein Gefäß für einen halben Liter Wasser findet man immer. Das Wasser für den Einlauf sollte lauwarm sein und evt. mit etwas Salz vermischt werden. Von jungen Leuten habe ich jetzt schon verschiedentlich gehört, dass sie sogar Kaffee einführen und begeistert sind über die positive Wirkung; ich selbst habe das jedoch noch nicht ausprobiert. Ich sag auch ganz ehrlich, dass ich selbst nicht bei jeder Fastenkur Einläufe mache, obwohl es eigentlich dazu gehört. Einfach weil ich ja bekanntlich reisend lebe und das mir dann zu kompliziert ist. Im Internet sind viele detaillierte Beschreibungen zu finden wie solche Einläufe durchzuführen sind (auf eine bestimmte Seite legen, ein paar Minuten warten…). Sowieso kann ich empfehlen, in Fastenbücher reinzuschauen oder auch im Internet zum Thema ausführlich zu recherchieren, denn da erwarten einen eine Fülle von Tips, die einem weiterhelfen.

Während des Fastens werden wir sehr viel sensibler, vor allem in den ersten Tagen. Das sollten wir unbedingt berücksichtigen und behutsam mit uns selbst und mit anderen umgehen. Die Menschen um uns herum können wir ruhig darüber aufklären, dass wir jetzt Fasten und einfach mehr Zeit und Ruhe für uns brauchen. Meine größte Sensibilität ist meist sogar am ersten Fastentag und ich finde immer wieder erstaunlich, was das Fasten nach so kurzer Zeit in uns auslöst. Also: äußerst achtsam und bedacht mit sich umgehen…

Es gibt eine „Regel“ für die Zeit, in der wir fasten, die ich mal gefunden habe und die mir immer mal wieder in den Sinn kommt, auch wenn ich sie natürlich nicht konsequent umsetze, sondern nur im Ansatz verwirkliche. Das ist einfach ausgedrückt, dass wir in dieser Zeit möglichst Dinge lassen sollten, die wir normal tun und Dinge tun sollten, die normal nicht zu unserem Alltag gehören. Also konkret, dass wir uns vermehrt mit uns selbst beschäftigen, uns auf uns selbst konzentrieren und weniger in der Aktivität und im Außen verlieren, also weniger produktive Dinge tun. Am Besten überhaupt ist, wenn wir nicht arbeiten, aber auch ich habe schon gefastet und dabei gearbeitet. Es ist möglich, aber eben nicht ideal. Besser Fasten während des Arbeitens als gar nicht Fasten, würde ich sagen.

Gut tun zum Beispiel auch Bauchmassagen während dieser Zeit, Wanderungen in der Natur (tun immer gut, aber besonders gut während des Fastens – weshalb es so viele Fastenwanderungen im Angebot gibt) oder ein kreativer Ausdruck durch Malen, Schreiben oder Musizieren. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein Freund von mir begann zum Beispiel während einer Fastenzeit, Klavier zu spielen. Ich schreibe das alles aber auch deswegen, um Leute zu ermuntern zu Fasten, auch wenn sie nicht mehrere Hundert Euro für eine gebuchte und organisierte Fastenwoche zahlen wollen oder können, denn es geht auch wunderbar alleine und es gibt keinen Grund, aufgrund von Geldmangel aufs Fasten zu verzichten. Für mich selbst ist die Fastenzeit auch immer teurer als die normale Zeit, da ich sonst Essen meist umsonst bekomme, während ich Säfte kaufen muss. Ich habe mir allerdings auch mal eine gebrauchte Saftpresse gekauft und dann selbst frische Säfte ausgepresst, was sicherlich das Beste ist.

Ideal sind natürlich generell Obst- und Gemüsesäfte aus biologischem Anbau. Wir merken dann auch schnell, dass wir uns damit anders fühlen, als wenn wir uns nicht rein biologisch ernähren. Grundsätzlich sollten die Säfte ohne Zuckerzusatz sein und die Gemüsesäfte eigentlich bestenfalls auch ohne Salz, aber da wird es schon schwierig. Ich selbst mache da auch Abstriche. Wir können uns auch zwischendurch eine Gemüsebrühe machen, was gerade jetzt im Winter gut ankommt, da sie mehr von innen wärmt wie ein Kräutertee. Am besten, man macht sich die Gemüsebrühe aus gekochtem Gemüse selbst, aber es gibt im Bioladen auch ungesalzene Gemüsebrühe, die sich zu diesem Zweck eignet.

Was neben dem genannten übrigens beim Fasten noch erlaubt ist, ist in geringen Maßen Honig. Es heisst, dass es besser ist, ab und zu etwas Honig im Tee zu sich zu nehmen, als sich schlecht zu fühlen. Aber Achtung: durch die Süße bekommen wir Hunger. Das überhaupt zur Frage nach dem Hunger: grundsätzlich haben wir beim Fasten wenig bis gar keinen Hunger und wenn, dann können wir ja dann ein Glas Saft trinken. Danach ist der Hunger sofort weg. In der Regel langt einem meist ein Liter an Saft pro Tag, aber als ich jetzt drei Wochen lang gefastet habe, trank ich am Ende auch mehr.

Und nun zur Frage der Fastenlänge. Generell ist es ja so, dass uns unser Körper meist selber sagt, wie lange er fasten möchte und wann es ihm reicht. Bei mir war es in der Regel so, dass ich nach einer Woche des Saftfastens mich am siebten oder achten Tag dermaßen schlecht fühlte, dass ich lieber wieder angefangen habe, zu Essen. Das war für mich das Zeichen, dass es jetzt auch gut ist, denn die ganze Woche über fühlte ich mich während des Fastens pudelwohl. Ich weiß aber auch, dass es so etwas gibt wie Fastenkrisen und ich glaube insgesamt, dass wer vorhat, länger als eine Woche zu Fasten gut daran tut, sich damit intensiver durch Lektüre oder Konsultation eines Arztes oder Heilpraktikers auseinanderzusetzen. Ich selbst habe in den letzten Jahren meistens ein bis zwei mal im Jahr eine Woche gefastet. Und das kam dann auch meist durch Hinweise von außen zustande. Wenn mir Leute davon erzählt haben, dass sie gerade gefastet haben und ich dann noch irgendwo sonst davon hörte oder las, da wusste ich, dass jetzt die Zeit für mich gekommen ist.

Das Ausfasten, also die Zeit nach dem eigentlichen Fasten ist dann auch wieder eine ganze Wissenschaft für sich. Viele sagen, dass der Erfolg einer Fastenkur davon abhängt wie man ausfastet, also was man danach zu sich nimmt. Ich selbst faste, wenn ich faste und esse, wenn ich esse, also mache da keinen Hokuspokus, aber da ich von der Wichtigkeit des Ausfastens zumindest theoretisch weiss, möchte ich darauf hinweisen, sich darüber eingehender zu informieren. Was ich als wichtig empfinde ist, sich überhaupt gesund zu ernähren, was ich eigentlich seit vielen Jahren, wenn es mir die Lebensumstände erlauben praktiziere. Und eine Ernährungsumstellung auf gesunde Kost setzt in der Regel eine Fastenkur voraus. Mir sagte das zum Beispiel gerade eine achtzigjährige Dame, die sich lange mit Trennkost ernährte und damit hervorragende Erfolge in Bezug auf eine Erkrankung erzielte. Es ist also unbedingt ratsam, sich spätestens während der Fastenzeit mit gesunder Ernährung zu beschäftigen und gleich danach damit zu beginnen.

Was ist für mich persönlich eine gesunde Ernährung? Ich selbst habe während eines Aufenthaltes in einer anthroposophischen Klinik bei Dr. Bruker viel über gesunde Ernährung gelernt, was noch heute für mich eine Basis darstellt. Aber auch nach anderen Erkenntnissen, die später zu mir kamen, heisst es hier wie dort, die beste Ernährung ist zu fünfzig Prozent roh, zu fünzig Prozent gekocht. Es gibt Menschen, die auf Rohkost schwören, aber nach dem, was ich in Erfahrung gebracht habe, ist Rohkost hervorragend geeignet, um bestimmte Krankheiten zu heilen wie zum Beispiel Bluthochdruck, aber als dauerhafte Ernährung fragwürdig. Zum einen leidet die Zahngesundheit meist darunter, der Magen, da Rohkost doch nicht so einfach zu verdauen ist und zum andern habe ich persönlich im Kontakt mit Rohköstlern festgestellt, dass sie zum Teil eine äußerst kalte bis fast eisige Ausstrahlung haben, was ich selbst nicht gerade als erstrebenswert ansehe.

50% roh, 50% gekocht als ideale Ernährung, wie sieht das aus? Also, aus dem Buch „fit for life“ und auch von mehreren Leuten habe ich gehört, dass unser Verdauungsprozess etwa bis elf Uhr morgens andauert (ist auch von der Sommer- bzw. Winterzeit abhängig). Das heisst: alles, was wir vorher essen – mit Ausnahme von Obst – unterbricht den natürlichen Verdauungsvorgang. Das allerbeste ist also den Menschen nach, die sich intensiv mit der Frage nach der besten Ernährung befasst haben, vor elf Uhr morgens nichts außer Obst zu sich zu nehmen. Ich habe deshalb, wenn möglich morgens nur einen Obstsalat gegessen, was noch dazu noch äußerst schmackhaft ist. Erst danach beginne ich in der Regel, Brot oder andere feste Kost zu mir zu nehmen. Bei den weiteren Mahlzeiten ist nach der 50%-Regel dann also sinnvoll, erstmal einen gemischten Salat oder andere Rohkost zu sich zu nehmen und als gekochte Hauptspeise am besten frisch gekochtes Gemüse und zum Beispiel Reis oder Getreide. Ich selbst esse allerdings zum Gemüse der Einfachheit halber oft schlichtweg nur Brot. Hier und da muß man/frau einfach Abstriche machen.

Auf jeden Fall ist wichtig zu wissen, dass in Dosen und auch in Tiefkühlkost nichts mehr drin ist an Vitaminen und Mineralstoffen und vor allem absolut nichts an Vitalstoffen. Ich sag immer, es gibt kein Leben unter Null Grad. Da ist alles tot. Fakt ist, dass ich selbst die Erfahrung in meinem Leben gemacht habe, dass ich über einen gewissen Zeitraum nur Tiefkühlkost zu mir nahm und fast gestorben wäre. Ist kein Witz. Ich weiß also, von was ich spreche. Tiefkühlkost ist kein Lebens-mittel, da lebt nichts mehr, genau wie in Dosen. Es ist eine enorme Verschwendung von Energie, ist noch dazu industriell zubereitet, also definitiv nicht basisch, sondern hilft, den Körper zu übersäuern, also nichts, was auch nur in irgendeiner Weise gesund sein könnte. Wir werden dadurch gesättigt, aber nicht wirklich adäquat ernährt, das muss ich nun wirklich sagen. Das Beste ist auch, alles frisch zu kochen und gleich zu essen ohne es nochmals aufzuwärmen. Dabei habe ich kürzlich gehört, dass zwei Drittel der Deutschen gar nicht mehr kochen ;(. Gar nicht gut. Da sind Krankheiten vorprogrammiert. Es gibt ja Leute, die sagen, „man ist, was man isst“ oder dass alle Krankheiten von falscher Ernährung herrühren. Für mich rühren sie neben der falschen Ernährung auch von Bewegungsmangel her, weshalb ich alle Menschen dazu ermuntern möchte, sich so viel wie möglich zu bewegen.

Das ist das, was mir spontan zum Thema Fasten und gesunde Ernährung in Kürze so einfällt. Bloß keine Angst haben vor dem ersten Fasten, einfach ins kalte Wasser springen!

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Eure Michelle

Stell dir vor

Meinen neuen blog andereweltsite.wordpress.com habe ich mit einem Gedicht versehen, das ich im Jahre 2009 anlässlich einer Biomesse in Frankreich geschrieben und auch vorgelesen hatte. Nun endlich möchte ich es an dieser Stelle auch schriftlich veröffentlichen.

Stell dir vor,

es gäbe keinen Privatgrundbesitz mehr auf Erden, sondern das Recht eines jeden Menschen auf eine Unterkunft je nach seinen Bedürfnissen (ebenso wie auf eine Ferienunterkunft von Zeit zu Zeit)

Stell dir vor,

es gäbe keine Ausbeutung von Menschen mehr auf dieser Welt und alle Produkte hätten einen fairen Preis

Stell dir vor,

es gäbe nur noch Tauschwährungen ohne Zins und Zinseszins und freies Geben und Nehmen…

Weiterlesen: andereweltsite.wordpress.com

andereweltsite.wordpress.com

 

Liebste Leserinnen und Leser meines Vagabundenblogs,

habe gerade eine neue Website mit Namen andereweltsite.wordpress.com eingerichtet und darauf den ersten Blogeintrag mit dem Titel „Träume einer anderen Welt“ veröffentlicht. Irgendwie sehe ich die Zeit gekommen, für unsere Visionen, die wir in uns tragen einzustehen und der Blog soll ein erster Schritt sein, dem Thema andere Welt einen Raum und eine Plattform zu geben, gerne auch für andere Menschen, die etwas über eine positive Zukunft, die ihnen vorschwebt veröffentlichen möchten. Falls Ihr etwas dazu beitragen wollt, mailt mir oder meldet Euch per Kommentar.

viel Spass beim Lesen

Michelle