Übers Fasten

Da ich gerade drei Wochen gefastet habe und jetzt auch offiziell die Fastenzeit anfängt, möchte ich mal ein paar Dinge über das Fasten aus meiner Sicht weitergeben, als Anregung, sich vielleicht eingehender mit dem Thema zu beschäftigen. Denn ich kenne mitlerweile mehrere Leute, die sich von schweren Krankheiten, darunter auch von Krebs durch eine vierzigtägige Fastenkur geheilt haben. Diese natürlichste aller Heilmethoden ist also nicht zu unterschätzen. Aber auch ohne schwerwiegende Krankheiten ist eine kurze oder längere Fastenkur immer ein Gewinn für die Gesundheit, vor allem, weil der Darm dadurch gereinigt wird und auch einmal zur Ruhe kommt.

Ich selbst praktiziere ein Heilfasten mit Obst- und Gemüsesäften sowie Kräutertees, Gemüsebrühe und natürlich viel Wasser. Bekannt geworden ist diese Art der Fastenkur durch Dr. Buchinger. Am Anfang des Fastens steht die Entleerung des Darmes. Manche bereiten sich auch ein paar Tage vorher schon mit einer speziellen Ernährung vor und bereiten sich danach auch noch nach, was sehr zu empfehlen ist, ich selber jedoch nicht praktiziere. Zur Darmentleerung am ersten Fastentag wurde und wird auch heute noch vielfach Glaubersalz eingesetzt, was ich selbst nicht empfehlen kann, weil es zu gewaltsam in den Körper eingreift. Ich selbst ziehe sanftere Mittel wie Sauerkrautsaft, Pflaumensaft oder Zitronensaft  in den gesamten ersten Fastentagen zu Trinken vor. Es gibt aber auch ein anderes Salz als Alternative, was man im Internet recherchieren kann.

Traditionell gehören zum Fasten die möglichst täglichen Einläufe. Es gibt in der Apotheke verschiedene Hilfsmittel wie Irrigator-Set, ein Klistier oder eine Klyso-Pumpe zu kaufen, die vor allem in Größe und Form variieren. Es kommt wohl vor allem darauf an, ob man die ganze Zeit zu Hause ist während des Fastens oder ob man vorhat, auf Reisen zu gehen, denn danach wird man/frau ein größeres oder kleineres Modell wählen. Eigentlich langt ein Schlauch mit Klyso-Pumpe, denn ein Gefäß für einen halben Liter Wasser findet man immer. Das Wasser für den Einlauf sollte lauwarm sein und evt. mit etwas Salz vermischt werden. Von jungen Leuten habe ich jetzt schon verschiedentlich gehört, dass sie sogar Kaffee einführen und begeistert sind über die positive Wirkung; ich selbst habe das jedoch noch nicht ausprobiert. Ich sag auch ganz ehrlich, dass ich selbst nicht bei jeder Fastenkur Einläufe mache, obwohl es eigentlich dazu gehört. Einfach weil ich ja bekanntlich reisend lebe und das mir dann zu kompliziert ist. Im Internet sind viele detaillierte Beschreibungen zu finden wie solche Einläufe durchzuführen sind (auf eine bestimmte Seite legen, ein paar Minuten warten…). Sowieso kann ich empfehlen, in Fastenbücher reinzuschauen oder auch im Internet zum Thema ausführlich zu recherchieren, denn da erwarten einen eine Fülle von Tips, die einem weiterhelfen.

Während des Fastens werden wir sehr viel sensibler, vor allem in den ersten Tagen. Das sollten wir unbedingt berücksichtigen und behutsam mit uns selbst und mit anderen umgehen. Die Menschen um uns herum können wir ruhig darüber aufklären, dass wir jetzt Fasten und einfach mehr Zeit und Ruhe für uns brauchen. Meine größte Sensibilität ist meist sogar am ersten Fastentag und ich finde immer wieder erstaunlich, was das Fasten nach so kurzer Zeit in uns auslöst. Also: äußerst achtsam und bedacht mit sich umgehen…

Es gibt eine „Regel“ für die Zeit, in der wir fasten, die ich mal gefunden habe und die mir immer mal wieder in den Sinn kommt, auch wenn ich sie natürlich nicht konsequent umsetze, sondern nur im Ansatz verwirkliche. Das ist einfach ausgedrückt, dass wir in dieser Zeit möglichst Dinge lassen sollten, die wir normal tun und Dinge tun sollten, die normal nicht zu unserem Alltag gehören. Also konkret, dass wir uns vermehrt mit uns selbst beschäftigen, uns auf uns selbst konzentrieren und weniger in der Aktivität und im Außen verlieren, also weniger produktive Dinge tun. Am Besten überhaupt ist, wenn wir nicht arbeiten, aber auch ich habe schon gefastet und dabei gearbeitet. Es ist möglich, aber eben nicht ideal. Besser Fasten während des Arbeitens als gar nicht Fasten, würde ich sagen.

Gut tun zum Beispiel auch Bauchmassagen während dieser Zeit, Wanderungen in der Natur (tun immer gut, aber besonders gut während des Fastens – weshalb es so viele Fastenwanderungen im Angebot gibt) oder ein kreativer Ausdruck durch Malen, Schreiben oder Musizieren. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein Freund von mir begann zum Beispiel während einer Fastenzeit, Klavier zu spielen. Ich schreibe das alles aber auch deswegen, um Leute zu ermuntern zu Fasten, auch wenn sie nicht mehrere Hundert Euro für eine gebuchte und organisierte Fastenwoche zahlen wollen oder können, denn es geht auch wunderbar alleine und es gibt keinen Grund, aufgrund von Geldmangel aufs Fasten zu verzichten. Für mich selbst ist die Fastenzeit auch immer teurer als die normale Zeit, da ich sonst Essen meist umsonst bekomme, während ich Säfte kaufen muss. Ich habe mir allerdings auch mal eine gebrauchte Saftpresse gekauft und dann selbst frische Säfte ausgepresst, was sicherlich das Beste ist.

Ideal sind natürlich generell Obst- und Gemüsesäfte aus biologischem Anbau. Wir merken dann auch schnell, dass wir uns damit anders fühlen, als wenn wir uns nicht rein biologisch ernähren. Grundsätzlich sollten die Säfte ohne Zuckerzusatz sein und die Gemüsesäfte eigentlich bestenfalls auch ohne Salz, aber da wird es schon schwierig. Ich selbst mache da auch Abstriche. Wir können uns auch zwischendurch eine Gemüsebrühe machen, was gerade jetzt im Winter gut ankommt, da sie mehr von innen wärmt wie ein Kräutertee. Am besten, man macht sich die Gemüsebrühe aus gekochtem Gemüse selbst, aber es gibt im Bioladen auch ungesalzene Gemüsebrühe, die sich zu diesem Zweck eignet.

Was neben dem genannten übrigens beim Fasten noch erlaubt ist, ist in geringen Maßen Honig. Es heisst, dass es besser ist, ab und zu etwas Honig im Tee zu sich zu nehmen, als sich schlecht zu fühlen. Aber Achtung: durch die Süße bekommen wir Hunger. Das überhaupt zur Frage nach dem Hunger: grundsätzlich haben wir beim Fasten wenig bis gar keinen Hunger und wenn, dann können wir ja dann ein Glas Saft trinken. Danach ist der Hunger sofort weg. In der Regel langt einem meist ein Liter an Saft pro Tag, aber als ich jetzt drei Wochen lang gefastet habe, trank ich am Ende auch mehr.

Und nun zur Frage der Fastenlänge. Generell ist es ja so, dass uns unser Körper meist selber sagt, wie lange er fasten möchte und wann es ihm reicht. Bei mir war es in der Regel so, dass ich nach einer Woche des Saftfastens mich am siebten oder achten Tag dermaßen schlecht fühlte, dass ich lieber wieder angefangen habe, zu Essen. Das war für mich das Zeichen, dass es jetzt auch gut ist, denn die ganze Woche über fühlte ich mich während des Fastens pudelwohl. Ich weiß aber auch, dass es so etwas gibt wie Fastenkrisen und ich glaube insgesamt, dass wer vorhat, länger als eine Woche zu Fasten gut daran tut, sich damit intensiver durch Lektüre oder Konsultation eines Arztes oder Heilpraktikers auseinanderzusetzen. Ich selbst habe in den letzten Jahren meistens ein bis zwei mal im Jahr eine Woche gefastet. Und das kam dann auch meist durch Hinweise von außen zustande. Wenn mir Leute davon erzählt haben, dass sie gerade gefastet haben und ich dann noch irgendwo sonst davon hörte oder las, da wusste ich, dass jetzt die Zeit für mich gekommen ist.

Das Ausfasten, also die Zeit nach dem eigentlichen Fasten ist dann auch wieder eine ganze Wissenschaft für sich. Viele sagen, dass der Erfolg einer Fastenkur davon abhängt wie man ausfastet, also was man danach zu sich nimmt. Ich selbst faste, wenn ich faste und esse, wenn ich esse, also mache da keinen Hokuspokus, aber da ich von der Wichtigkeit des Ausfastens zumindest theoretisch weiss, möchte ich darauf hinweisen, sich darüber eingehender zu informieren. Was ich als wichtig empfinde ist, sich überhaupt gesund zu ernähren, was ich eigentlich seit vielen Jahren, wenn es mir die Lebensumstände erlauben praktiziere. Und eine Ernährungsumstellung auf gesunde Kost setzt in der Regel eine Fastenkur voraus. Mir sagte das zum Beispiel gerade eine achtzigjährige Dame, die sich lange mit Trennkost ernährte und damit hervorragende Erfolge in Bezug auf eine Erkrankung erzielte. Es ist also unbedingt ratsam, sich spätestens während der Fastenzeit mit gesunder Ernährung zu beschäftigen und gleich danach damit zu beginnen.

Was ist für mich persönlich eine gesunde Ernährung? Ich selbst habe während eines Aufenthaltes in einer anthroposophischen Klinik bei Dr. Bruker viel über gesunde Ernährung gelernt, was noch heute für mich eine Basis darstellt. Aber auch nach anderen Erkenntnissen, die später zu mir kamen, heisst es hier wie dort, die beste Ernährung ist zu fünfzig Prozent roh, zu fünzig Prozent gekocht. Es gibt Menschen, die auf Rohkost schwören, aber nach dem, was ich in Erfahrung gebracht habe, ist Rohkost hervorragend geeignet, um bestimmte Krankheiten zu heilen wie zum Beispiel Bluthochdruck, aber als dauerhafte Ernährung fragwürdig. Zum einen leidet die Zahngesundheit meist darunter, der Magen, da Rohkost doch nicht so einfach zu verdauen ist und zum andern habe ich persönlich im Kontakt mit Rohköstlern festgestellt, dass sie zum Teil eine äußerst kalte bis fast eisige Ausstrahlung haben, was ich selbst nicht gerade als erstrebenswert ansehe.

50% roh, 50% gekocht als ideale Ernährung, wie sieht das aus? Also, aus dem Buch „fit for life“ und auch von mehreren Leuten habe ich gehört, dass unser Verdauungsprozess etwa bis elf Uhr morgens andauert (ist auch von der Sommer- bzw. Winterzeit abhängig). Das heisst: alles, was wir vorher essen – mit Ausnahme von Obst – unterbricht den natürlichen Verdauungsvorgang. Das allerbeste ist also den Menschen nach, die sich intensiv mit der Frage nach der besten Ernährung befasst haben, vor elf Uhr morgens nichts außer Obst zu sich zu nehmen. Ich habe deshalb, wenn möglich morgens nur einen Obstsalat gegessen, was noch dazu noch äußerst schmackhaft ist. Erst danach beginne ich in der Regel, Brot oder andere feste Kost zu mir zu nehmen. Bei den weiteren Mahlzeiten ist nach der 50%-Regel dann also sinnvoll, erstmal einen gemischten Salat oder andere Rohkost zu sich zu nehmen und als gekochte Hauptspeise am besten frisch gekochtes Gemüse und zum Beispiel Reis oder Getreide. Ich selbst esse allerdings zum Gemüse der Einfachheit halber oft schlichtweg nur Brot. Hier und da muß man/frau einfach Abstriche machen.

Auf jeden Fall ist wichtig zu wissen, dass in Dosen und auch in Tiefkühlkost nichts mehr drin ist an Vitaminen und Mineralstoffen und vor allem absolut nichts an Vitalstoffen. Ich sag immer, es gibt kein Leben unter Null Grad. Da ist alles tot. Fakt ist, dass ich selbst die Erfahrung in meinem Leben gemacht habe, dass ich über einen gewissen Zeitraum nur Tiefkühlkost zu mir nahm und fast gestorben wäre. Ist kein Witz. Ich weiß also, von was ich spreche. Tiefkühlkost ist kein Lebens-mittel, da lebt nichts mehr, genau wie in Dosen. Es ist eine enorme Verschwendung von Energie, ist noch dazu industriell zubereitet, also definitiv nicht basisch, sondern hilft, den Körper zu übersäuern, also nichts, was auch nur in irgendeiner Weise gesund sein könnte. Wir werden dadurch gesättigt, aber nicht wirklich adäquat ernährt, das muss ich nun wirklich sagen. Das Beste ist auch, alles frisch zu kochen und gleich zu essen ohne es nochmals aufzuwärmen. Dabei habe ich kürzlich gehört, dass zwei Drittel der Deutschen gar nicht mehr kochen ;(. Gar nicht gut. Da sind Krankheiten vorprogrammiert. Es gibt ja Leute, die sagen, „man ist, was man isst“ oder dass alle Krankheiten von falscher Ernährung herrühren. Für mich rühren sie neben der falschen Ernährung auch von Bewegungsmangel her, weshalb ich alle Menschen dazu ermuntern möchte, sich so viel wie möglich zu bewegen.

Das ist das, was mir spontan zum Thema Fasten und gesunde Ernährung in Kürze so einfällt. Bloß keine Angst haben vor dem ersten Fasten, einfach ins kalte Wasser springen!

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Eure Michelle

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