spirituelle Wege

„Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen“                                             Hermann Hesse

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Es wird Zeit, mal etwas über Spiritualität zu schreiben, ein Thema, das bisher eindeutig etwas zu kurz gekommen ist. Und doch glaube ich, dass sich damit alle Probleme dieser Welt lösen ließen, denn die Probleme entstanden ja durch unsere Trennung von unserem eigenen göttlichen Kern oder anders ausgedrückt, durch unsere Trennung von Gott. Alle Religionen zielen darauf hin, uns wieder zu unserem göttlichen Kern zurückzuführen, jedenfalls ist das Ihre eigentliche Aufgabe. Aber schaffen sie das wirklich?

Nun denn. Heutzutage haben viele Menschen den Kirchen den Rücken gekehrt, weil sie dort nicht die Nahrung und die Wiederanbindung an ihren Schöpfer finden, die sie brauchen. Weil ihnen die Diskrepanz zwischen dem, was dort gesagt und dem, was gemacht wird, zu sehr auseinanderklafft. Da kann man praktisch die ganze Botschaft einfach nicht mehr wirklich glauben. Das größte, was ich der Kirche eigentlich anlaste ist, dass sie uns unseren Retter und Erlöser genommen hat, denn so wie sie ihn uns vermittelt hat, konnten wir leider eines Tages nicht mehr an ihn glauben. Aber das Bedürfnis nach Spiritualität geht damit ja nicht verloren. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ und so schauen wir uns andernorts mal genauer um. Vielleicht kann uns der Buddhismus ja Abhilfe schaffen.

Wir lernen Meditieren. Machen vielleicht einen Meditationskurs mit und lassen es dann wieder sein oder wir bleiben dabei.

Ich selbst war vor vielen Jahren einmal in solch einem Meditationskurs im Kloster Suan Mokkh im Süden Thailands. Für zwei Wochen widmete ich mich der buddhistischen Meditationspraxis in einem auf westliche Bedürfnisse angepassten Schweigeretreat. Noch nahezu fünfundzwanzig Jahre später kann ich mich erinnern, dass ich danach unglaublich glücklich war. Nur leider habe ich den Rat des Mönches, einen Meister zu suchen und weiter zu praktizieren nicht verfolgt, sonst wäre mir vielleicht manches im Leben erspart geblieben …

Oder Yoga. Wir praktizieren Yoga oder einen anderen Weg bei einem indischen Guru. Ein Guru ist im übrigen laut Definition ein geistiger Führer von der Dunkelheit ins Licht. Vielleicht sind wir hier oder dort in einem Ashram und fühlen uns wohl unter all den praktizierenden Jüngern. Vielleicht geht alles gut, ein Jahr oder viele Jahre, vielleicht stürzen wir auch ab und brauchen danach Hilfe. Voraussetzung ist, einen guten Meister zu haben, der uns durch alle Wirren hindurchführt, dem wir ihm folgen und vertrauen. Und Therapie. Die Buddhisten sagen „Meditation ohne Therapie ist wie ein Sahnehäubchen auf einem Misthaufen“. Das muss man wissen. Sonst geht’s schief.

Ich kam vor etwas über zehn Jahren endlich dazu, ein Buch zu lesen, das schon viele Jahre in meinem Bestand war. Ich hatte es im Ausland auf Englisch gekauft und dann in Deutschland mit einer Freundin getauscht, die die deutsche Fassung hatte. Es war „Der Weg des Künstlers: Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“ von Julia Cameron. Das heißt, eigentlich liest man das Buch nicht, sondern man macht es. Es ist sozusagen ein Dreimonatskurs, der einen auf einen spirituellen Weg – ich sag jetzt mal – (ent)führt. Wie bei allen spirituellen Wegen braucht man Disziplin. Da für mich das Wort negativ besetzt ist, spreche ich lieber von Praxis. Es ist aber das Gleiche. Es geht darum, tagtäglich in einem gewissen Rahmen an dem einmal begonnenen Weg festzuhalten und daran nicht zu rütteln.

Das Buch hat mein Leben verändert. Nicht nur die täglichen Morgenseiten, sondern auch die Übungen haben mich zu mehr Bewusstsein geführt, dessen, was ich selbst tue und wer ich eigentlich bin. Und nicht nur das. Innerhalb kürzester Zeit habe ich das Rauchen aufgegeben und es war noch nicht mal schwer. Nein, es war eine Leichtigkeit. Und dann das Trinken von Alkohol und das Fernsehschauen, dann das Telefonieren und noch diverse andere Sachen, die im Grunde schlechte Gewohnheiten darstellten. Es war phantastisch.

Ich fing auch an, mich täglich regelmäßig für eine gewisse Zeitlang zu bewegen, was ein unglaubliches Wohlbefinden in mir auslöste (siehe den kürzlichen Eintrag  Übers Spazierengehen als Reblog) und mich mit Sicherheit vor diversen Krankheiten bewahrte. Doch tappte ich hin und wieder auch in irgendwelche Fallen, vor allem, weil ich nicht hören konnte und fühlen musste – und manchmal wurde ich auch von irgendwem gerettet, weil es nicht mehr weiterging. Das waren verschiedene Meister.

Wer mich zuletzt gerettet hat, war Yeshua, der Meister aller Meister wie ich ihn heute nenne. Bekannt in unseren Breiten als Sohn Gottes, verehrt am Kreuz, aber das ist nicht er, denn ER ist die Wahrheit, die Auferstehung und das Leben. Er ist für mich nicht derjenige, der am Kreuz verehrt wird, dessen Botschaft eher die Botschaft des Todes ist. Nein, Yeshua wie ich ihn im Unterschied zum Jesus am Kreuz nennen möchte, ist für mich das Leben, die Liebe, das Licht, unendliche Freude, Weisheit und überhaupt alles, was man sich vorstellen kann. In meiner persönlichen Lebensfreude, die ich bei fast allem, was ich tue und mache empfinde und obwohl oder vielleicht gerade weil ich nichts oder fast nichts besitze, ist ER die Instanz, der ich letztlich alles verdanke. Ich habe dies nie zum Thema in meinem Blog gemacht, obwohl alles, was ich beschrieb, eigentlich letztlich ein Loblied auf IHN ist. Auf ihn, der alles möglich macht, ja, das ganze Leben in Freude und im Einklang mit sich selbst. Wenn ich mich nun ungefragt darüber äußere, dann deshalb, weil ich diese Freude teilen will, wahre Freude will geteilt sein. Für mich war der Glaube an IHN das Exotischste überhaupt, denn ich glaubte wirklich mehr an Buddha und Krishna oder an gar nichts als an ihn vor einer geraumen Weile. Aber da hatte ich nicht die gleiche Freude am Leben, die jetzt so viele Menschen an mir schätzen. Aber es ist nicht meine Freude, sondern seine Freude, die er mit den Menschen, die ihn einladen, in seinem oder ihren Herzen Platz zu nehmen mit ihnen teilt. Ich möchte auch sagen, ER hat mich nicht enttäuscht und stets gerettet, wenn ich in der Patsche saß. Mir immer einen Weg heraus gezeigt. Mir Erfüllung geschenkt. Das muss ich doch mal sagen. Und wisst Ihr warum? Weil an IHN, also an Christus zu glauben eine Form des ultimativen Widerstandes ist wie ich das heute sehe. Und weil ER genau wie die Anarchisten heute sagen: „Macht Euch nicht zu Sklaven!“ Yeshua oder Jesus als der ultimative Anarchist. Ist das nicht was? Zumindest ist es meine heutige Sichtweise, wo der Antichrist allerortens sein Unwesen treibt.

Im Ernst, ich habe letzt den Film „Ne vivons plus comme des esclaves“ („Leben wir nicht mehr wie Sklaven“) über das Anarchistenviertel Exarchia in Athen gesehen und musste immer wieder an SEINE Worte denken, uns nicht zu Sklaven zu machen. Viele Menschen kennen seine eigentliche Botschaft der Befreiung eigentlich gar nicht. Seines sprituellen Weges, der in die Freiheit führt. Und wie viele Menschen gehen wiederum spirituelle Wege ohne IHN, der doch nur eines eigentlich möchte, nämlich die Menschen erreichen, die jedoch aus Angst vor diesem Todesgott, dem Jesus am Kreuz ihr Herz vor ihm verschlossen haben. Aber keine Angst, es gibt nicht nur den toten Jesus am Kreuz, es gibt auch den Lebendigen, den ich hier Yeshua nenne und den sie früher, zu seinen Lebzeiten  Rabbuni, also Lehrer nannten, einen spirituellen Lehrer wohlgemerkt, keinen religiösen. Einen ganz individuellen Meister auf dem spirituellen Weg. Derzeit gibt es ja so einige Aufgestiegene Meister, die dann auch schön gechannelt werden und man weiß nie, was ist direkt von der CIA? Auf der Website nebadonia tummelt sich da so einiges, was mir den Eindruck macht, dass es uns einlullen möchte und haarscharf an der Wahrheit vorbeiführt. Übrigens für alle Einsteiger, die sich näher mit Yeshua beschäftigen möchten, empfehle ich neben dem Neuen Testament auch die Schrift „Das neue Testament reloaded“ auf Wir handeln mal zu lesen. Was er zur Sexualität sagt und manche andere Dinge unter Vorbehalt, denn das ist ein heikles Thema und ich bin da nicht immer der gleichen Meinung, aber insgesamt bringt er sehr viel an wichtigen Dingen rüber, vor allem über die heutige Zeit, dessen Endzeitcharakter ja nicht mehr zu übersehen ist. Und die wenigsten ungläubigen Menschen wissen, dass auch im Neuen Testament und nicht nur in der Apokalypse einiges über die heutige Zeit geschrieben steht. Dieses Wissen soll nicht alleine Kirchgängern vorbehalten bleiben.

„Der Weg ist das Ziel“

Ich selbst gehe dann auch noch den Jakobsweg seit 2007 mehr oder weniger regelmäßig, mal mehr und mal weniger ;). Über den damaligen Weg mit dem Fahrrad habe ich meine Tagebuchaufzeichnungen bei scribd.com veröffentlicht, wer immer Interesse hat, darin zu stöbern… Die Beitragsbilder sind auf meinem diesjährigen Jakobsweg von München bis zum Mittelmeer entstanden.

Und weil der von mir oben genannte spirituelle Weg so von Gott gewollt nicht alleine gegangen werden möchte, so suche ich noch Leute, um ihn mit mir gemeinsam zu gehen, am liebsten in einer Gemeinschaft, in der wir zusammen leben und alles teilen, was wir haben. Worum es geht bei dem spirituellen Weg, das ist der Weg zurück zu unserem Ursprung, zu unserer Quelle, von der wir kommen: der Weg zurück zu Gott.

Abschliessen möchte ich mit einem Gedicht von Buddhadasa, einem der spirituellen Meister vom Kloster Suan Mokkh, das mir vor wenigen Tagen in einer Gemeinschaft über den Weg gelaufen ist:

http://buddhadasa.de/downloads/BEHANDLE_JEDEN_MENSCHEN_FREUND-arbeit.PDF

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