Change, aber was ?

„Mit Abwarten und Teetrinken lassen sich keine Krisenherde löschen“ steht so oder so ähnlich gerade an manchen Bushaltestellen in der Stadt, in der ich mich gerade aufhalte. „Change“ steht in großen Lettern auf einem Plakat beim Blick aus dem Fenster. Ändern, verändern, was verändern und vor allem wie?

Das gleiche „change“ war auch im Dezember des Jahres 2012 an allen Ecken und Enden zu sehen. Wir glaubten an eine große globale Veränderung, wir glaubten dass jetzt – endlich – das große Friedensreich entsteht, von dem wir innerlich träumen. Das Land, in dem Liebe und Harmonie herrscht, in dem das Lamm neben dem Löwen liegt, das goldene Zeitalter wie es uns nicht nur in der Bibel prophezeit wurde, sondern auch in den Prophezeihungen anderer Völker.

Doch 2012 war eine Enttäuschung für viele, die daran geglaubt haben, dass sich etwas schlagartig ändert. Zwar sind die Energien insgesamt anders, zwar entstehen immer mehr neue und zukunftsweisende Projekte für eine andere und bessere Welt, aber noch sind sie nur bruchstückhaft und punktuell. Noch hat kein grundlegender Bewusstseinswandel in der Bevölkerung eingesetzt. Noch läuft das alte Spiel weiter; das System ist das Gleiche bis heute. Wir werden belogen und (um unser Leben) betrogen, damit einige wenige noch mehr Zahlen auf ihrem Konto stehen haben. Dafür werden unsere Lebensgrundlagen vernichtet, alles zerstört und vergiftet, egal wo man hinschaut. Ist das noch normal? Und kaum einer macht oder sagt was dagegen, auch ich selbst schließe mich da ein. Es ist schon fast, als würde eine unsichtbare Kraft das verhindern. Und wenn man/frau was sagt, dann kommt „Wir können nicht die Welt ändern, sondern nur uns selbst“ als Botschaft. Also nichts im Außen ändern, sondern uns selbst.

Dann ziehen wir aus, uns selbst zu ändern – in die weite Welt. Und stellen Jahre später wiederum fest, dass es uns trotz starkem Willen nicht gelungen ist, uns selbst zu verändern. Wir haben alles versucht. Und sind immer noch die gleichen.

Dieser Text ist also der nächste Versuch, etwas anders zu machen wie bisher. Etwas dadurch zu verändern, indem wir es benennen, indem wir uns mitteilen, indem wir eine Brücke bauen. Ich selbst mache gerade einen Strich unter die letzten Jahre meines Lebens und schaue, was dabei herausgekommen ist. Ein phantastisches Leben voller Abenteuer. So würde ich es zusammenfassen. Die letzten Monate war ich etwa tausend Kilometer auf Jakobswegen unterwegs, fast ohne Geld, d.h. Geld nur für die Ausrüstung und fürs Fahrrad, das ich die Hälfte des Weges neben mir herschob. Das Fahrrad, ein Zelt, Decken und anderes wurde mir geschenkt. Dank sei Gott. Ohne Geld zu Leben ist für mich immer wieder das Non plus ultra, das Beste überhaupt. Es ist das höchste Glück, das ich eigentlich allen Menschen auf dieser Erde wünsche.

Es wird uns ja immer weisgemacht, Geld mache glücklich. Ich Selbst habe wiederholt das Gegenteil erlebt. Am glücklichsten bin ich, wenn ich kein Geld zum Leben brauche. Wenn ich alles, was ich brauche so erhalte. Es hat was damit zu tun, in der Gnade Gottes zu leben. Es hat etwas damit zu tun, dankbar zu sein für jedes kleine bisschen, was man erhält. Sich zu freuen. Über alles. Über Menschen, die uns einladen, gutes Essen, ein bereicherndes Gespräch. Die Liebe, die uns entgegengebracht wird, das Vertrauen. Das ist tiefe Menschlichkeit.

Es ist das Gegenteil von dem, was die von uns legitimierten Machthaber mit uns Vorhaben: das Bargeld einstellen, einen Mikrochip implementieren, mit dem nur noch gekauft und verkauft werden kann. Das wird unsere Zukunft sein – wie in der Apokalypse beschrieben. Ich Lebe so wie ich lebe eigentlich schon in der Zukunft. Um den Menschen zu zeigen, dass es auch anders geht. Ich bin der Beweis.

Und doch wird mir immer klarer, dass es zumindest heute ein schweres Leben ist. Und wegen den ganzen Einschränkungen, die es derzeit noch bei Geldempfängern gibt, halte ich das bedingungslose Grundeinkommen für die beste Lösung, gemeinsam eine zukunftsfähige Gesellschaft aufzubauen.

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