Geplante Obsoleszens oder der Weg aus der Konsumgesellschaft

Diesmal möchte ich nicht mit einer Geschichte aufwarten, sondern mit dem Link zu einer Homepage mit einem Video auf Youtube mit dem Titel „Kaufen für die Müllhalde“ (http://www.rottmeyer.de/kaufen-fur-die-mullhalde/2/) , einem Dokumentarfilm von ARTE vom 15.2.2011, der sich mit der geplanten Obsoleszens befasst und den ich für äusserst sehenswert halte, vom Anfang bis zum Schluss (und das wo ich normal gar nichts für Videos übrig habe). Geplante Obsoleszens ist der Begriff für die Produktion von Produkten mit verkürzter Lebensdauer. In dem Film wird eigentlich so ziemlich alles angesprochen, was sicher nicht nur meine Wenigkeit, sondern viele Menschen denken und dem sie fassungslos gegenüberstehen: dass Produkte angefertigt werden, die absichtlich schnell kaputt gehen. Ja, es ist sogar so, dass in manchen Ländern produzierte Dinge fast gleich nach der ersten Benutzung wegzuwerfen, weil unbrauchbar geworden sind. Und ich meine damit keine Wegwerfware.

Mir war das schon immer ein Dorn im Auge und ich habe mir jedes Mal gedacht: „Es ist doch nicht möglich, dass die Produktion von derartigen Dingen auf dieser Welt überhaupt erlaubt ist! Das gehört doch alles verboten.“ Alleine, wenn man an die Verschwendung der Ressourcen denkt. Als nächstes an die Bedingungen der Arbeiter, die diese Produkte herstellen. Unter welch menschenunwürdigen Bedinungen dies zum (grossen) Teil geschieht. Als nächstes der Transport dieser Waren, was widerum Rohstoffe noch dazu in Form fossiler Brennstoffe verbraucht, die ausserdem die Umwelt mit Schadstoffen belasten. Und dann zu allem Elend noch der Müll, die Entsorgung dieser Produkte. Unglaublich! Wie ist das möglich?

Im Grunde gehört dieser ganze Gedanke der geplanten Obsoleszens im Zeitalter der Nachhaltigkeit komplett gestrichen. Es ist dem Menschen auf dieser Erde eigentlich nicht mehr erlaubt, auf diese Weise mit Ressourcen umzugehen. Es stellt eine schlichte Fehlentwicklung durch mangelndes Bewusstsein dar.

Wie den Lesern meines bisherigen Blogs bekannt ist, ernähre ich mich hauptsächlich freegan, d. h. ich lebe vom Verfallsdatum. Ich lebe davon, dass die Produkte ein Verfallsdatum aufgedruckt bekommen haben und weiss genau, dass viele Lebensmittel noch lange danach haltbar sind, manche sogar Jahre (Trockennahrung zum Beispiel). Viele Menschen wissen dies nicht. Sie glauben tatsächlich, dass die Nahrungsmittel nach dem Verfallsdatum tatsächlich nicht mehr geniessbar sind und werfen sie zu einem mehr oder weniger grossen Teil weg. Weltweit werden 50% der produzierten Lebensmittel vernichtet, beziehungsweise landen auf dem Müll. Von Frankreich weiss ich, dass 25% der Lebensmittel in Privathaushalten weggeworfen werden. Auch das wegen des aufgedruckten Verfallsdatums. Das nur als Ergänzung zum oben angegebenen Film.

Es zieht sich ja durch alle Kreise.

Gerade heute dachte ich:

„Die Zeit, in der ich nur von dem gelebt habe, was ich gefunden habe oder was mir – ungefragt – gegeben wurde war die glücklichste Zeit meines Lebens.“

Null-Konsum, der Weg zum Glück!

Denn das ist doch, was alle Menschen suchen…

Bloss suchen sie am falschen Ort, wie die Frau, die ihren Schlüssel in der dunklen Wohnung verloren hatte und ihn auf der hellen Strasse sucht, weil in der Wohnung ja kein Licht ist…

In diesem Sinne fröhliches Dumpstern!

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4 Kommentare zu “Geplante Obsoleszens oder der Weg aus der Konsumgesellschaft

  1. Schön, wiedereinmal etwas von Dir zu lesen.

    Zur geplanten Osoleszenz hab ich schon am am 18. Februar 2011 geschrieben. Nur: Dumpostern ist heute kaum noch möglich, da die Händler die Waren nicht mehr nur wegwerfen, sondern zugleich vernichten:

    Ich könnt kotzen.

    PS: Vielleicht hast Du Lust, Dich doch einmal an einem Stöckchen zu fünf Marotten zu beteiligen?

    Gefällt mir

  2. Pingback: Geplante Obsoleszens oder der Weg aus der Konsumgesellschaft « Blog des Germanys next Bundeskabinetts

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